• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
Zusammenstoß mehrerer Fahrzeuge – B211 voll gesperrt
+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 7 Minuten.

Unfall Bei Großenmeer
Zusammenstoß mehrerer Fahrzeuge – B211 voll gesperrt

NWZonline.de Nachrichten Politik

Prüfung von strittigem Tierversuchslabor dauert an

01.11.2019

Hannover Heimlich aufgenommene Bilder aus einem Versuchslabor in der Nähe von Hamburg haben eine Debatte über den Sinn von Experimenten mit Tieren ausgelöst. „Heutzutage gibt es ex­trem viele tierversuchsfreie Methoden, die viel effektiver, schneller und günstiger als der Tierversuch sind“, sagte Gaby Neumann, Sprecherin der Organisation Ärzte gegen Tierversuche, der Presseagentur dpa. Sie kritisierte, dass jährlich mehrere Milliarden Euro in Tierversuche investiert werden, während nur etwa 20 Millionen Euro in die Erforschung alternativer Methoden fließen.

Die Organisation Soko Tierschutz hatte einen Aktivisten als Mitarbeiter in das private Labor im Landkreis Harburg eingeschleust, dieser filmte blutende Hunde und gefesselte Affen. Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt gegen den Betreiber, Niedersachsen prüft den Widerruf aller an dem Standort genehmigten Tierversuche.

Zudem werde der Landkreis Harburg zeitnah entscheiden, ob die Betriebsgenehmigung für das Labor widerrufen werde, sagte Dorit Stehr, Tierschutzreferentin im Agrarministerium in Hannover. Die niedersächsischen Grünen fordern eine sofortige Schließung des Labors.

Nach dem Tierschutzgesetz dürfen Tierversuche nur erlaubt werden, wenn sie „unerlässlich“ und „die zu erwartenden Schmerzen, Leiden oder Schäden der Tiere im Hinblick auf den Versuchszweck ethisch vertretbar“ sind. „Unsere Leute geben sich sehr viel Mühe damit herauszufinden, wo vergleichbare Forschung läuft, um eine Doppelforschung und eine doppelte Verwendung von Tieren zu vermeiden“, sagte Christine Bothmann, Abteilungsleiterin im Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves). Häufig würden Anträge auf Genehmigung von Tierversuchen nach Kritik aus dem Laves zurückgezogen oder geändert.

Viele Tierversuche haben mit der Humanmedizin zu tun: Es geht um Hirnforschung, Krebsforschung sowie häufig um Tests etwa auf Giftigkeit bei der Zulassung von Medikamenten. Zum Beispiel im Hinblick auf den Verdauungstrakt sei fraglich, ob Ratten oder Mäuse ein gutes Modell für den Menschen sind, sagte Gerhard Breves, der an der Tierärztlichen Hochschule Hannover an Alternativen zu Tierversuchen forscht. Erkrankungen des Magen-Darm-Stoffwechsels lassen sich Breves zufolge sehr gut mit Zellkulturen statt mit lebenden Tieren erforschen. Breves’ Projekt gehört zu einem niedersächsischen Forschungsverbund, der neue Methoden etablieren will, um Tierversuche zu vermeiden und zu verringern. Dieser wird mit 4,5 Millionen Euro vom Land gefördert.

Über die Bilder aus dem Labor im Kreis Harburg zeigten sich Politiker aller Parteien erschüttert. Auch der Ruf nach mehr staatlichen Kon­trollen wurde laut. „Wenn den Behörden etwas auffällt, wird die Kontrollfrequenz erhöht“, sagte dazu die Tierschutzreferentin aus dem Agrarministerium. Der Wunsch nach einer dauerhaften Überwachung der Einrichtungen sei nicht machbar und rechtlich nicht vorgesehen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.