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NWZonline.de Nachrichten Politik

Tourismus: Streit um fensterlose Mini-Hotelzimmer

28.01.2020

Hannover Die Mini-Zimmer im Boxhotel erinnern an ein Schlafwagenabteil im Zug – allerdings fehlen die Fenster: Links ein schmales Bett mit einer Treppe zum zweiten Bett auf der oberen Ebene. Dort befindet sich sogar eine gläserne Duschkabine. Oliver Blume hat sein erstes derartiges Hotel 2017 in Göttingen eröffnet, im November folgte das zweite in Hannover. Doch hier kämpft der 54-Jährige seit nunmehr zweieinhalb Jahren gegen die Behörden, die die fensterlosen Boxen erst ganz verbieten wollten. Nachdem er die Baugenehmigung vor dem Verwaltungsgericht durchgekämpft hatte, schob die Stadt die Auflage hinterher, dass die Hotelgäste maximal drei Nächte hintereinander übernachten dürfen – aus gesundheitlichen Gründen.

„Wir pumpen bis zu 1,4 Millionen Liter Frischluft jeden Tag rein und haben die besten Matratzen“, empört sich der Unternehmer. „Wieso darf man dann in einem Hotel mit schlechten Matratzen länger als drei Nächte bleiben?“ Die Auflage sei absurd. In Göttingen war das Hotel ohne Probleme genehmigt worden, allerdings enthielt der Bauantrag dort drei Nächte als maximale Übernachtungszahl. In der Messestadt Hannover möchte Blume längere Aufenthalte ermöglichen. In Leipzig, Hamburg und Bielefeld seien ebenfalls Boxhotels geplant – der Erfinder hat ein Patent auf die Bauweise mit OSB-Platten angemeldet. Er sieht die Boxhotels als „smarte Alternative“ zu Hostels mit Mehrbettzimmern.

Wohnen und Schlafen im Miniaturformat liegen im Trend. Vor allem in Ferienregionen entstehen Tiny-House-Siedlungen mit winzigen Holzhäusern. Die Schlafkapsel Sleeperoo ist eine Art Erlebnisbett, die inzwischen an mehr als 50 Orten in Deutschland gebucht werden kann.

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Die ersten Hotels mit Schlafkapseln eröffneten Ende der 1970er Jahre in Japan in der Nähe von Bars und Bahnhöfen. Die etwa 1,20 Meter hohen Kabinen wurden oft von Angestellten oder Geschäftsleuten genutzt, die den letzten Zug nach Hause verpasst hatten. Inzwischen gibt es sogar Luxuskapseln für Touristen. In Europa hat sich diese Idee noch nicht durchgesetzt. Einzelne Kapselhotels gibt es aber zum Beispiel im schweizerischen Luzern sowie in Karlsruhe.

Etwa 30 000 Gäste zählt das Boxhotel in Göttingen im Jahr – laut Blume sind darunter Studenten auf Wohnungssuche genauso wie Professoren oder Geschäftsleute. Auch Frauen auf der Flucht vor gewalttätigen Partnern, die nicht ins Frauenhaus wollten, könnten Unterschlupf finden, meint der Betreiber. In Hannover seien viele Arbeiter auf Montage unter den Gästen.

Auf dem Buchungsportal „booking.com“ gehen die Bewertungen der Boxhotels weit auseinander. Gelobt werden der Gratis-Kaffee und das nette, junge Personal, Kritik gibt es an klappernden Türen. Die Fensterlosigkeit der 4,20 Meter hohen Boxen mit 4,2 bis 5,4 Quadratmetern Grundfläche wird höchst unterschiedlich empfunden. „Die kleinen Boxen sind gemütlich, wirken fast wie eine Koje auf dem Schiff“, schreibt Alexander. Dagegen findet Hartmut: „Kein Frühstück, kein Fenster. Gefängnis ist dagegen Luxus.“

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