Hannover - Der Bundestrend schlägt einer aktuellen Wahlumfrage zufolge voll auf Niedersachsen durch – mit einem deutlichen Rückschlag für die Große Koalition unter Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Demnach käme die SPD als einst stärkste Kraft in Niedersachsen nur noch auf 26 Prozent der Wählerstimmen, 36,9 Prozent waren es bei der Landtagswahl im Oktober 2017. Die CDU fiele von 33,6 auf 27 Prozent ab, läge jetzt vor der SPD.
Ihren Höhenflug würden die Grünen mit 17 Prozent (Wahl 2017: 8,7 Prozent) auch in Niedersachsen fortsetzen. Gewinner wären ebenfalls die AfD mit aktuell zwölf Prozent (2017: 6,2) und die FDP mit zehn Prozent (2017: 7,5 Prozent) . Die Linke, bei der Landtagswahl mit 4,6 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert, läge bei fünf Prozent der Stimmen.
„Wenn am kommenden Sonntag Landtagswahl in Niedersachsen wäre“: Vom 7. bis 13. November hat das Forschungsinstitut Insa im Auftrag der „Bild“-Zeitung die Sonntagsfrage gestellt, 1053 Niedersachsen ab 18 Jahren nahmen teil.
Die Regierungsparteien reagierten gelassen auf die schlechten Umfragewerte. „Verunsichern lassen wir uns nicht, und im vergangenen Jahr haben wir bewiesen, dass wir die niedersächsischen Bürger überzeugen können, wenn es darauf ankommt“, sagte Axel Rienhoff, Sprecher des SPD-Landesverbandes Niedersachsen. Für die CDU liegen die Ergebnisse „im Bundestrend“. Das könne aber kein Maßstab sein, meint Kai Seefried, Generalsekretär der CDU in Niedersachsen: „Wir setzen auf die aktuelle Aufbruchstimmung.“
Große Freude unterdessen bei den Gewinnern: „Die Umfrage zeigt, dass auch in Niedersachsen die Menschen großes Vertrauen in grüne Politik haben“, betonte Hans-Joachim Janßen, niedersächsischer Landesvorsitzender von Bündnis90/Die Grünen. „Wir freuen uns über die zehn Prozent, ruhen uns aber nicht aus. Vielmehr ist das für uns ein Ansporn, weiter für eine gute, fortschrittliche Politik einzutreten“, erklärte FDP-Landeschef Stefan Birkner. Und AfD-Landeschefin Dana Guth freute sich, „dass wir mit unserer Sacharbeit im Landtag die Menschen überzeugen können“.
