HANNOVER - HANNOVER/DPA - Der „Führerschein mit 17“ ist in Niedersachsen nach Ansicht von Experten ein voller Erfolg. Junge Fahrer in Begleitung verursachten nach Angaben des Verkehrsministeriums 40 Prozent weniger Unfälle und kassierten 60 Prozent weniger Bußgelder als Anfänger, die nach der Fahrschule allein hinterm Steuer sitzen.
Auch Cornelia Zieseniß, Geschäftsführerin der Niedersächsischen Verkehrswacht, sagt: „Die Teilnehmer sind sicherer unterwegs, verstoßen seltener gegen Verkehrsregeln und verursachen weniger Unfälle.“
Niedersachsen hatte im April 2004 als erstes Bundesland das Modellprojekt begonnen. Die bisherige Bilanz: Von 30 000 Interessenten erhielten 23 000 die Erlaubnis, in Begleitung eines Erwachsenen Auto zu fahren. Inzwischen haben 11 000 der Teilnehmer nach ihrem 18. Geburtstag einen „richtigen“ Führerschein erhalten.
Die Vorteile des Projekts liegen für Cornelia Zieseniß auf der Hand: „Mit einem erfahrenen Beifahrer fällt der Übergang von der Fahrschule ins eigene Auto viel leichter.“ Ähnlich beurteilt dies der Fahrlehrerverband Niedersachsen. „Wenn jemand daneben sitzt, wird zumeist mäßigend auf den Fahranfänger eingewirkt. Durch die Übung bekommt er Fahrpraxis und ist später im Verkehr viel sicherer unterwegs“, sagt der Vorsitzende Dieter Quentin.
Ein Widerruf der vorläufigen Fahrerlaubnis und eine Nachschulung in der Fahrschule drohen Projekt-Teilnehmern, die ohne Begleitung beim Autofahren erwischt werden.
Deren Zahl ist in Niedersachsen allerdings vergleichsweise gering. „Nur 18 Jugendliche waren ohne ihre Eltern im Auto unterwegs. Das ist bei 23 000 Teilnehmern ein erfreulich geringer Anteil“, sagt ein Sprecher des Verkehrsministeriums.
