HANNOVER/WIESBADEN - Die Wähler in Niedersachsen haben am Sonntag bei den Landtagswahlen das Regierungsbündnis aus CDU und FDP unter Christian Wulff (CDU) bestätigt. Überschattet wurde die Wahl von einem historischen Tiefststand bei der Wahlbeteiligung. Trotz Stimmenverlusten für die CDU behält Schwarz/Gelb eine stabile Mehrheit im Landtag. Wulff sagte, CDU und FDP hätten bewiesen, dass man mit einem sachlichen Wahlkampf und Reformen gewinnen könne. Den Wiedereinzug in den Landtag verpasste Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU, Oldenburg). Auch Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU, Salzgitter) scheiterte.
Die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Wolfgang Jüttner muss ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Niedersachsen verkraften. „Uns kriegt man nicht unter“, sagte ein trotziger Jüttner. Die Ergebnisse von Grünen und FDP blieben nahezu unverändert. Die Linkspartei verzeichnete deutliche Gewinne und zieht mit ihrer Spitzenkandidatin Kreszentia Flauger (Wildeshausen) neu in den Landtag ein. Landeswahlleiter Karl-Ludwig Strelen nannte die Wahlbeteiligung von 57 Prozent eine „ziemliche Niederlage für unser demokratisches Wahlsystem“.
Polit-Krimi in Hessen: Der amtierende Ministerpräsident, Roland Koch (CDU), wurde bei den Landtagswahlen von den Wählern abgestraft. Zweistellige Stimmenverluste kosteten ihn die absolute Mehrheit der Sitze im Hessischen Landtag. Gewinnerin des Abends in Wiesbaden war SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti. CDU und SPD sind im künftigen Hessischen Landtag gleichstark vertreten. Die Grünen verloren deutlich, die FDP gewann hinzu. Da die Linke die Fünf-Prozent-Hürde übersprang, reicht es weder für Schwarz/Gelb noch für Rot/Grün. Ypsilanti erteilte Rot/Rot/Grün eine Absage. Die FDP will nicht mit SPD und Grünen koalieren.
