Hannover/Wilhelmshaven/Vechta - Viel Verständnis, aber nur vage Zusagen: Für eine bessere Finanzausstattung der Freien Schulen in Niedersachsen haben am Freitag vor dem Landtag in Hannover 130 Schülerinnen und Schüler der Cäcilienschule Wilhelmshaven demonstriert. Etwa 30 von ihnen konnten zudem die Sitzung des Kultusausschusses verfolgen. Unter dem Vorsitz von Lasse Weritz (CDU) beriet das Gremium unter anderem über eine Absichtserklärung („Letter of Intend“) der SPD/CDU-Koalition, Schulen in freier Trägerschaft nach der Landtagswahl finanziell besser auszustatten.
Nur ein Teil erstattet
Bislang erstatte das Land lediglich 75 Prozent der Personalkosten, bezahle aber beispielsweise nicht die Schulsozialarbeit oder die IT-Administratoren der „Freien“. Diese wünschen sich auch eine ausreichende Beteiligung des Landes an den Betriebskosten. Eigentlich müsse man die „Kosten“ eines Schülers im staatlichen System ermitteln und die gleiche Summe pro Schüler an die freien Träger zahlen, sagte der Landtagsabgeordnete Björn Försterling (FDP). „Jeder Schüler ist gleich viel wert!“
Bei einer Diskussion mit den Bildungspolitikern Weritz, Försterling, Claudia Schüßler (SPD) und Volker Bajus (Grüne) im Anschluss an die Ausschusssitzung hatten die Jugendlichen Gelegenheit nachzuhaken und Argumente auszutauschen. „Leider ist vieles vertagt worden“, beklagte Michelle Tönnies (17) im Anschluss „typische Politiker-Antworten“. Ihr Mitschüler Ilias Raptis (17) sagte, die Kompromissfindung sei schwierig. Gleichwohl würden die richtigen Fragen gestellt. Von einer gelungenen Premiere sprach Schulleiter Günter Barkam. Ein Stein sei ins Rollen gekommen Der neu gewählte Landtag müsse diese Vorlage aufnehmen.
Weitere Gespräche
Er sei dankbar, dass die Arbeit und die Innovationskraft der freien Schulen gewürdigt wurde, sagte Uwe Kathmann, Vorstand der Schulstiftung St. Benedikt (Vechta). Sie ist Trägerin von neun Schulen in de Region, darunter die Cäcilienschule sowie die Liebfrauenschulen in Oldenburg und in Vechta. Kathmann betonte aber auch: „Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren!“ Die Freien Schulen litten seit mehr als acht Jahren unter einer Unterfinanzierung. Beim Digitalpakt hätten sie erstmals von einem Förderprogramm profitiert. Die Demo in Hannover sei der Auftakt zu weiteren Gesprächen mit der Politik, so Kathmann.
Ganz angetan von der Debattenkultur im Ausschuss zeigte sich Michelle Tönnies. Die 17-jährige Schülerin denkt nun über ein Praktikum im Landtag nach
