HARARE - Dramatische Zuspitzung der politischen Krise in Simbabwe: Aus Sorge um seine Sicherheit hat sich Oppositionsführer Morgan Tsvangirai in die niederländische Botschaft in Harare geflüchtet. Tsvangirai halte sich seit dem Vortag in der Vertretung auf, teilte der niederländische Außenminister Maxime Verhagen am Montag weiter mit.

Unterdessen stürmten bis zu 100 Polizisten in Harare die Parteizentrale von Tsvangirais Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC). Rund 60 Menschen seien festgenommen worden, berichtete der südafrikanische Rundfunk. Unter ihnen seien mehrere Gewaltopfer, die in der Zentrale Zuflucht gesucht hätten.

Tsvangirai hatte am Sonntag angekündigt, er werde bei der Stichwahl gegen Amtsinhaber Robert Mugabe nicht antreten. Als Grund nannte er Gewalt und Einschüchterung durch die Staatsmacht, bei der nach MDC-Angaben seit dem ersten Wahlgang Ende März mehr als 80 Menschen getötet wurden.

Der seit nunmehr fast drei Jahrzehnten zunehmend autoritär regierende Mugabe hält ungeachtet des Rückzugs seines Herausforderers sowie scharfer internationaler Kritik an der für Freitag geplanten Wahl fest.