HARPSTEDT - Wenn am Sonntag, 27. September, der Deutsche Bundestag gewählt wird, sind in der Samtgemeinde Harpstedt 8864 Wahlberechtigte an die Wahlurnen gerufen: 4385 Männer und 4479 Frauen können mit ihrer Erst- und Zweitstimme über den Wahlkreisabgeordneten bzw. die Parteien mitentscheiden – darunter nach Zahlen der Samtgemeindeverwaltung auch 506 Jungwähler, die seit 2005 volljährig geworden sind und nun erstmals bei der Bundestagswahl wählen können. In 13 Wahlbezirken in der Samtgemeinde sind die Wahllokale von 8 bis 18 Uhr offen.

Eine Besonderheit gibt es im Wahlbezirk Colnrade mit 636 Stimmberechtigten: Dort liegen zehn verschiedene Stimmzettel mit einem Unterscheidungsaufdruck vor, die getrennt nach Geschlecht und fünf Altersgruppen an die Wählerinnen und Wähler ausgegeben werden. „Ein erhöhter Aufwand im Wahlvorstand“, weiß Andreas Gralheer vom Hauptamt der Samtgemeindeverwaltung. Hintergrund sei, dass Colnrade in die repräsentative Wahlstatistik zur Bundestagswahl einbezogen sei. Dies laufe über das Landesstatistikamt. Bei der Erhebung werden in gut 2900 zufällig ausgewählten Wahlbezirken die Wahlbeteiligung und die Stimmabgabe nach Alter, Geschlecht, Bundesland ermittelt. Die Auswertung erfolge nicht in Harpstedt, so Gralheer; das Wahlgeheimnis bleibe gewahrt: „Es lässt sich nichts zurückschließen.“

Und noch ein Wahlbezirk aus der Samtgemeinde ist am 27. September überregional mit „im Blick“: Dünsen. Dort wird um 14 Uhr die bis dahin erreichte Wahlbeteiligung erfasst. Hintergrund: Aus ausgewählten Wahllokalen würden die Zahlen erhoben für eine aktuelle Angabe des Bundeswahlleiters zur Wahlbeteiligung bis 14 Uhr, so Gralheer.

Die Wahlvorbereitung läuft im Amtshof auf Hochtouren. Die Verwaltung ist zurzeit dabei, Unterlagen zusammenzustellen, Niederschriftenvordrucke und die Schnellmeldungen vorzubereiten. Im Hauptamt laufen die Fäden zusammen, aber auch das Meldeamt ist involviert: Hier wird die Briefwahl organisiert.

Am Wahltag werden gut 90 ehrenamtliche Wahlhelfer im Einsatz sein. Im Amtshof ist ganztags bis nach Ende der Auszählung ein Telefondienst für Fragen aus den Wahllokalen eingerichtet. Am Abend werden dann vier Mitarbeiter die Wahlergebnisse aus den Lokalen annehmen, eingeben und an den Landkreis weitergeben, wie Gralheer erläutert. Parallel sind am Wahlabend die (aktualisierten) Ergebnis-se im Internet nachzulesen.

Die ersten Harpstedter dürften ihre Kreuze bereits gemacht haben: Zehn Tage vor dem Wahlsonntag hatten bis Mittwochvormittag 715 Wahlberechtigte Briefwahlunterlagen beantragt. „Der bundesweite Trend mit steigender Briefwahl wird hier vielleicht wohl nicht erreicht“, hieß es dazu aus dem Meldeamt: Bei der Wahl vor vier Jahren waren es 950 Briefwähler. Gleichwohl setzt Gralheer auf eine gute Wahlbeteiligung: „Ich denke schon, dass wir das erreichen.“ Bei der Bundestagswahl 2005 lag sie bei 81,8%.