HARPSTEDT - HARPSTEDT/LD - In diesen Wochen wird vielfach an die letzten Monate des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1945 erinnert. Die Zeit des Krieges und der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland war für viele Menschen eine Zeit großen Leides. Auch Harpstedter Bürger waren unter denen, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden.

Am 4. Januar 1945 – vor genau 60 Jahren – endete in Stutthoff bei Danzig das Leben von Johanne de Vries. Sie war erst 34 Jahre alt. Johanne de Vries war die letzte der neun Harpstedter Juden, die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung wurden.

Ihre Mutter, Jenny de Vries, geborene Neublum, wurde bereits am 13. Dezember 1942 im Alter von 71 Jahren im KZ Theresienstadt umgebracht. Die anderen Angehörigen der Familie: ihr Bruder Erich de Vries (34), ihre Schwägerin Helene de Vries, geborene van der Zyl (36) und deren Tochter Marga de Vries (erst sieben Jahre alt) wurden alle am 29. Juli 1942 in Minsk ermordet.

Zur ständigen Erinnerung und Mahnung hat der Flecken Harpstedt im Jahr 1996 auf dem Amtshof und auf dem Judenfriedhof auf großen Findlingen Gedenktafeln mit den Namen der neun Harpstedter Juden angebracht. Danach wurden auch Willi und Ida Löwenstein sowie Henriette und Edgar Rossbach in den Konzentrationslagern Auschwitz, Theresienstadt und Minsk von den Nationalsozialisten umgebracht.