Harpstedt - Kulinarische Köstlichkeiten aus den Herkunftsländern der Harpstedter Flüchtlinge gab es, auch Leckeres aus der deutschen Küche, dazu Musik aus verschiedenen Kulturen und vielerlei Mitmachangebote. Doch das alles war am Sonnabend auf dem Kreisjugendzeltplatz in Harpstedt eigentlich nur „Beiwerk“: Beim „Tag der Begegnung“ für geflüchtete Mitbürger und alle anderen Bewohner der Samtgemeinde Harpstedt stand das „Sich-Kennenlernen“ klar im Mittelpunkt. Organisiert worden war das Fest von den Flüchtlingshelfern, der Diakonie Delmenhorst/Oldenburg Land und den Maltesern.

Offen kamen viele der Flüchtlinge auf die Fest-Gäste zu. So zum Beispiel Nibae Yousfi aus Syrien. Wie er berichtete, habe er zunächst versucht, die deutsche Sprache zu erlernen. Dabei habe die Samtgemeinde mit Kursen, jeweils dienstags und donnerstags, geholfen. „Wir brauchen diese Hilfe, und wir nehmen sie gerne an“, sagte der Syrer. Mit Deutschkursen bei der VHS in Wildeshausen vertiefte er seine Sprachkenntnisse. Seit zwei Monaten hat er bei der DHL eine sozialversicherungspflichtige Anstellung. Fakten, die er nicht ohne Stolz vortrug – die aber auch zeigten, dass jeder Neuankömmling weiterkommen kann, wenn er die Chancen nutzt.

Vor allem die Eröffnung des Multikulti-Büfetts brachte die Menschen einander näher. „Was ist das?“, „Wie schmeckt das denn?“ – das waren Fragen, die oft zu hören waren. Von gebackenen und mit Kartoffeln gefüllten Teigtaschen bis hin zum süßen Kuchen reichte das Angebot. Dazu gab es speziell mit Curry gewürztes Hühnerfleisch mit ganzen Zwiebeln und Tomaten direkt vom Grill oder die hausgemachten Salate aus der deutschen Küche.

Nicht fehlen durfte das Beiprogramm. Die Unicycle-Truppe war mit den Uni-Sternchen zum Treffen gekommen. Aber nicht nur die Jüngsten boten einen Eindruck ihres Könnens. Gezeigt wurde auch eine Kür.

Christina Sander war mit ihrer Tanzgruppe „Sehriban – Die Wüstenperlen aus Wietzen“ nach Harpstedt gereist. Die Kinder zeigten mehrere Tänze zu modernen Rhythmen, die sowohl hiesige Ohren als auch die der Flüchtlinge erreichten und Anklang fanden. Daneben sorgte die Hüpfburg der Malteser bei den Jüngsten für Abwechslung. Eine Schminkecke, Ponyreiten und das Ballonknoten waren weitere Mitmachangebote.

Für Willi Schreppel, Arthur und Angelika Ottawa, Thea Möring, Steffen Akkermann und Udo Meyer vom ersten Flüchtlingshelferkreis war das Treffen ein schöner Moment. Was sie damals in der Samtgemeinde mit angeschoben hatten, trägt heute Früchte.

Aktuell leben in der Samtgemeinde Harpstedt 60 Flüchtlinge. Das Team der Flüchtlingshelfer besteht zurzeit aus 22 Aktiven.