Harpstedt/Groß Ippener - Was passiert mit „alten“ Windkraftanlagen, wenn ab 2020 die ersten Einspeisevergütungen auslaufen? Diese Frage wurde am Dienstagvormittag mit Betroffenen diskutiert: Die FDP Samtgemeinde Harpstedt schaute sich die Anlagen der Siekwind GmbH & Co. KG an der Grenze der Gemeinde Groß Ippener mit Stuhr an, die 2003 und 2004 entstanden sind – also 2023 und 2024 aus der Förderung herausfallen.

FDP-Ortsvorsitzender Steffen Akkermann hatte zu der Besichtigung samt Meinungsaustausch neben den Mitgliedern und interessierten Kommunalpolitikern unter anderen den FDP-Bundestagsabgeordneten Christian Dürr und Cord Remke von der Harpstedter Energieagentur eingeladen.

„Am Anfang waren die Banker skeptisch“, erinnerte sich Manfred Bannas an den Start der fünf Siekwind-Windmüller vor knapp 20 Jahren. Die Initiative sei von Peter Hake-Söhle ausgegangen, „ein Pionier“, wie Bannas bescheinigte. Weil die geplanten Windräder auf Ippener Gebiet nicht möglich gewesen seien, habe man die drei Enercon-Anlagen auf Stuhrer Seite der Gemeindegrenze gebaut.

Alle drei Anlagen (Kapazität: 1,8, 2,0 und 1,0 Megawatt) habe man selbst geplant und projektiert, erklärte Klaus Klitte. Die Investitionssumme lag damals bei etwa 7 bis 8 Millionen Euro. Pro Jahr würden die Anlagen mit einer Nabenhöhe von 113 und einer Flügellänge von 35 Metern etwa acht bis zehn Millionen Kilowattstunden erzeugen.

Was den Betrieb angeht, „leben wir sorglos“, meinte Bannas. Die Anlage werde gewartet und online durch Enercon überwacht. Falls mal die Alarmglocke schrillen sollte, „sind die in ein, zwei Stunden hier“.

Ungeplante Ausfälle sind laut Bannas selten. Die Verfügbarkeit liege nahe 100 Prozent. Bei Stürmen wie am Montag („111 km/h Windgeschwindigkeit“) schüttele sich die Anlage und laufe weiter. „Sie ist auch schon bei 130 km/h durchgelaufen.“ Bei heftigen Böen klinke sie sich mitunter kurz aus.

Die anfängliche Skepsis der Banker sei mittlerweile verflogen, berichtete Bannas. „Am Ende hat man uns beglückwünscht.“

Und die Zukunft ab 2023? „Darüber machen wir uns heute keine Sorgen. Wir erwarten ein Angebot von der Herstellerfirma.“ Entscheidend sei natürlich, ob der (ohne EEG-Förderung) zu erzielende Strompreis über den laufenden Kosten liegt. Notfalls werde zurückgebaut.

Indes: Die Frage der Zukunft der alten Windanlagen dürfe nicht dem einzelnen Windmüller überlassen bleiben, sagte Christian Dürr. „Wir sollten nicht nur über die Schaffung neuer Anlagen reden, sondern uns auch über die vorhandenen Gedanken machen.“

Von zentraler Bedeutung sei, ob es Speicherlösungen für Strom geben wird. „Alte Anlagen werden nur dann wirtschaftlich weiterlaufen können, wenn eine Möglichkeit des Speicherns besteht.“