Harpstedt - Begeisterung war am Donnerstagabend in der Politiker-Szene der Samtgemeinde Harpstedt zu spüren. „Riesig“ freuten sich Mitglieder des Schul- und Sozialausschusses über das, was sich da an der Oberschule Harpstedt entwickelt: ein Jugendparlament. Franja Althausen (16), Isabel Strupat (15), Rasmus Bisanz (15) und Daniel Helms (22) als Initiatoren stellten ihre Ideen vor und schilderten den Stand der Dinge.

Da werde „ein spannendes Kapitel“ in der Geschichte der Samtgemeinde beginnen, frohlockte Ausschussvorsitzender Hermann Schnakenberg (SPD). Allerdings: Vorstöße zur Gründung eines Jugendparlamentes habe es schon mehrfach gegeben, erinnerte sich Uwe Cordes (Grüne). „Es hat nie geklappt.“

Diesmal allerdings stelle sich die Ausgangssituation „deutlich positiver dar“, hieß es aus dem Amtshof. Die Initiative gehe von Jugendlichen aus, die bereit seien, sich selbst aktiv einzubringen.

Für ihre Idee hätten sie an der Oberschule die Werbetrommel gerührt, berichtete Franja Althausen. Aktuell hätten etwa 30 Jugendliche Interesse bekundet. Geplant sei, an Info-Tischen in der Pause zu erklären, was ein Jugendparlament bringen solle.

Vorrangiges Ziel der Neugründung ist es, Wünschen und Ansichten von Jugendlichen eine Stimme zu geben und sich für die Interessen von jungen Menschen in der Samtgemeinde einzusetzen. Denkbar seien zum Beispiel Initiativen wie das Kletterspinne-Projekt der Oberschule. Aktuell mache man sich Gedanken, wie ein Treffpunkt außerhalb der Schule eingerichtet werden kann.

Bislang noch Entwurf-Charakter hat die Geschäftsordnung, die angelehnt sei an das Paragrafenwerk des Wildeshauser Jugendparlaments, so Daniel Helms. Danach zählen Kinder und Jugendliche von zehn bis 22 Jahren zur Zielgruppe.

Wenngleich alle vier Initiatoren aus der Gemeinde Harpstedt kommen, sei kein „reines Flecken-Parlament“ beabsichtigt, antwortete Daniel Helms auf eine entsprechende Frage von Hartmut Post (CDU). Ufke Janssen, Rektor der Grundschule, regte auch eine Verknüpfung mit dem Schülerrat der Grundschule an.

Beabsichtigt ist, zur Gründung des Jugendparlaments einen Flyer zu erstellen. Die Ausgestaltung werde in der Oberschule bewerkstelligt, berichtete Politiklehrerin Edyta Brümmer – die allerdings eine finanzielle Beteiligung durch die Samtgemeinde für wünschenswert hält.

Die eigentliche Gründungsversammlung mit Vorstandswahl ist für Januar 2018 vorgesehen. Danach will die Samtgemeinde auch über eine finanzielle Förderung des Jugendparlaments beraten.