Nordenham - Ostern steht vor der Tür, aber Meister Lampe ist auf dem Rückzug: In Nordenham ist der Hasenbestand eingebrochen, und die Jäger wissen nicht, woran es liegt. Sie vermuten, dass ein Krankheitserreger den Feldhasen dahinrafft. Seit sechs Jahren ist der Bestand rückläufig. Nun wollen die Jäger Klarheit. Sie wollen Kontakt zur Landesjägerschaft aufnehmen und hoffen, dass das Wildtierforschungsinstitut Hannover in einer Studie den Ursachen auf den Grund geht.
Der Hase war ein Thema bei der Jahreshauptversammlung des Hegerings Nordenham am Freitagabend im Burgsaal der Friedeburg. Seit etwa sechs Jahren, schätzt Hegeringleiter Jörg Hullmann, ist er auf dem Rückzug. Auch auf extensiv bewirtschafteten Flächen hat er sich rar gemacht. Deshalb habe in der Saison 2012/2013 auch so gut wie keine Jagd auf Hasen stattgefunden. Gerade einmal acht Hasen haben die Jäger erlegt. 21 Tiere sind überfahren worden.
Waschbären gesichtet
Im Gegensatz zum Hasen breitet sich der Waschbär inzwischen auch in Nordenham aus. Erstmals ist im Bereich des Hegerings Nordenham ein Tier erlegt worden. Außerdem wurden Sichtungen gemeldet und Fährten gefunden. Der Hegering will die Entwicklung im Auge behalten. „Waschbären sind sehr anpassungsfähige Tiere“, sagt Jörg Hullmann. Bei einer entsprechenden Dichte können sie zu einem Problem werden, weil sie alles fressen und sich gerne auch aus Mülltonnen bedienen.
Der Waschbär könnte ein Problem werden, der Fuchs ist es bereits. „Wir vermuten, dass trotz intensiver Bejagung und hoher Strecke zurzeit nicht einmal der Zuwachs erlegt wird“, so Jörg Hullmann. Nach seinen Worten findet Meister Reineke am Stadtrand, auch im Industriegürtel von Nordenham, ideale Lebensbedingungen. Er findet Rückzugsmöglichkeiten und genügend zu fressen. Er wagt sich an die Häuser. Inzwischen haben Füchse in Nordenham schon Hühner und anderes Geflügel geholt. In der Jagdsaison 2012/2013 haben die Jäger in Nordenham 37 Füchse zur Strecke gebracht.
Dem Rehwild geht es nach den Worten des Hegeringleiters außerordentlich gut. Die Bestände steigen weiter an, die Fallwildzahlen gehen zurück. Das führt der Hegeringleiter auf die Montage von Reflektoren zurück, die in verschiedenen Bereichen an der B 212 angebracht wurden. Fallwild gab es aber trotzdem. Vor allem im Bereich des Stadtwalds und des Seenparks kamen Rehe unter die Räder.
Verbot katastrophal
Jörg Hullmann brachte in seinem Jahresbericht die Befürchtung zum Ausdruck, dass es die Jägerschaft unter der neuen rot-grünen Landesregierung nicht leichter haben wird. „85 Prozent der Jagdflächen in Nordenham sind Schutzflächen. Eine Einschränkung oder ein Verbot der Jagd wäre katastrophal.“
In seinem Rückblick wies Jörg Hullmann auf die vielen Aktivitäten des Hegerings im vergangenen Jahr hin. Ein Höhepunkt sei die 49. Claus-Cornelius-Suche gewesen, die erstmals in Nordenham stattfand. Um jagdpolitische Themen ging es in einem Referat des Kreisjägermeisters Eckard Busch.
