HATTEN - Den 10. Jahrestag des Beginns der Landschaftspflege mit Wasserbüffeln hatten die Streekermoorer Büffelzüchter Rita und Peter Biel 2008 noch mit dem Besuch des seinerzeitigen Ministerpräsidenten und heutigen Bundespräsidenten Christian Wulff sehr spektakulär und unter großem Medieninteresse gefeiert. In diesem Jahr begeht die Büffelfarm Hatten ihr zehnjähriges Bestehen eher zurückhaltend: Gewürdigt wird das Jubiläum am 2. Oktober beim 2. Weidenfest im Rahmen des „Tages der Regionen“ im neuen Domizil auf der Büffelweide am Forsthaus in Huntlosen.
„Wir freuen uns heute“, so das Züchterehepaar, „dass wir 1998 als erste in Deutschland diesen Gedanken hatten, Wasserbüffel als Landschaftspfleger einzusetzen. Gemeinsam mit dem 2009 verstorbenen Agrarökonomen Prof. Dr. Hilmar Zeigert aus Oldenburg haben wir ein Konzept entwickelt, das zunehmend für zahlreiche Projekte in Deutschland die Grundlage für den erfolgreichen Einsatz der Wasserbüffel geworden ist.“ Die Anfangszeit sei nicht einfach gewesen, denn zunächst habe die Akzeptanz gefehlt, sich mit diesen majestätischen Tieren zu beschäftigen. Der Wasserbüffel sei zu Unrecht als gefährlich oder als Tropentier, das nicht in diese Region passen würde, hingestellt worden, so Peter Biel.
„Wir haben alles widerlegt und deutlich gemacht, dass der schon vor über 9000 Jahren domestizierte Wasserbüffel einen absolut friedfertigen Charakter hat, sehr kälteresistent und robust ist, ganzjährig in der Offenlandhaltung gehalten werden kann und darüber hinaus so vielseitig einsetzbar ist wie kein anderer großer Pflanzenfresser“, betont der Büffelzüchter.
Dass sich der europäische Wasserbüffel im Naturschutz und der Landschaftspflege so gut bewähren konnte, ist aus Biels Sicht auch dem in Hatten ansässigen „Internationale Förderverband zum Einsatz des Wasserbüffels als Landschaftspfleger“ (IFWL) zu verdanken. Die Ergebnisse der ersten beiden IFWL-Workshops in Oldenburg (2008) und an der Uni Cottbus (2009) wurden inzwischen in einem Tagungsband als europaweite Publikation veröffentlicht.
Der am 7. bis 9. Oktober auf Schloss Zinzow in Mecklenburg-Vorpommern stattfindende 3. Wasserbüffel-Workshop wird derzeit vom IFWL-Präsidium mit Peter Biel, Dr. René Krawczynski (DBU-Naturerbe) und Dipl-Ing. Doreen Enge an der Spitze vorbereitet. Dabei sollen die Ergebnisse des bundesweiten Einsatzes der Wasserbüffel aufgezeigt werden. Als geradezu symptomatisch bezeichnet der Hatter Büffelzüchter die Tatsache, dass die vom Aussterben bedrohten „Behaarten Kurzflügelkäfer“ (Emus hirtus) erstmalig in großer Anzahl auf der Huntloser Büffelweide aufgetreten sind.
Rita und Peter Biel danken der Ahlhorner Forstverwaltung mit Regina Dörrie und Revierförster Karl-Heinz Freese für ihre tatkräftige Unterstützung im ersten Jahr der Zusammenarbeit.
