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NWZonline.de Nachrichten Politik

Konferenz: Wohnungsnot quält Inseln

27.04.2019

Helgoland Die 1. Deutsche Inselkonferenz ist am Freitag auf Helgoland ohne die geplante Abschlusserklärung zu Ende gegangen. Man habe auf die „Deutsche Inselresolution“ verzichtet, weil keine einzige Ostseeinsel auf Helgoland dabei gewesen sei, sagte Helgolands Bürgermeister Jörg Singer (parteilos). Entgegen der Ankündigung sei von der Ostseeinsel Hiddensee doch kein Vertreter gekommen. Die Resolution wäre nicht repräsentativ gewesen, wenn nur die anwesenden 18 Bürgermeister von Nordseeinseln und Halligen zugestimmt hätten. Man wolle aber bei der 2. Inselkonferenz im April nächsten Jahres einen Text beschließen, kündigte Singer an. Die Insel der nächsten Konferenz steht noch nicht fest.

Trotz des Nichtzustandekommens der Resolution bewertete Singer die 1. Inselkonferenz als „sehr, sehr gut“. Es sei gelungen, die Inseln und ihre Probleme auf die politische Landkarte der Europäischen Union und der Bundesregierung zu setzen. Inselvertreter seien nach Brüssel eingeladen worden, um ihre Anliegen vorzutragen. Dies sei ein positives Signal.

Ein überarbeiteter Entwurf der „Deutschen Inselresolution“ war noch am Donnerstag ins Internet gestellt worden – allerdings in einer im Vergleich zum Entwurf in einigen Punkten abgeschwächten Fassung. Die Inseln forderten in dem überarbeiteten Entwurf unter anderem bessere Rahmenbedingungen für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, eine Befreiung vom EEG für den Stromimport auf die Inseln und eine Förderung für kleinere „regenerative Energie-Reallabore“. Außerdem solle die EU die Vorgaben für die Inselverkehre per Schiff erleichtern. Manche EU-Gesetze und Vorschriften der Berufsgenossenschaft Verkehr seien „Bürokratiemonster“.

Im Mittelpunkt der Inselkonferenz standen der aufgrund des Klimawandels steigende Meeresspiegel sowie der Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Hintergrund ist die Immobilienentwicklung auf den Inseln. Der Kauf von Häusern und Wohnungen wird dort immer teurer. Das gilt nicht nur für die Luxusinsel Sylt, wie der Ende 2018 vorgestellte Immobilienatlas der LBS Bausparkasse zeigte: Auf Sylt stiegen die Quadratmeterpreise für Häuser um 7,7 Prozent auf durchschnittlich gut 10 600 Euro, für Wohnungen um 3,5 Prozent auf 7150. Viele Inselbewohner können solche Preise nicht bezahlen.

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Mehr als 100 Politiker, Tourismusmanager und Experten berieten auf Helgoland über die Zukunft der Inseln, die sich als „ideale, lebendige Labore für neue Strukturen unserer zukünftigen Gesellschaft in Europa“ betrachten.

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