Hude - Es gibt heftige Kritik von einigen hundert Huder Bürgern, die sich in einer Unterschriftenaktion gegen die mögliche Bebauung eines Teils des Spielplatzes an der Jägerstraße mit Flüchtlingsunterkünften aussprechen.

Eine Leserin kritisierte die NWZ -Berichterstattung dazu: In den Artikeln werde der Eindruck vermittelt, die Bürger seien gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in der Nachbarschaft. Doch dies entspreche in keiner Weise der Intention der Bewegung. Es gehe um den Erhalt des einzigen großen Spielplatzes in der Umgebung – mit viel Fläche zum Toben, Rennen, Bolzen und mehr. Selbst der Trainer einer Migrationsmannschaft habe gesagt, die Bebauung des Spielplatzes sei der Integration nicht dienlich, sondern eher schädlich.

Ratsherr Ralf Schepker (SPD) wiederum kritisiert in einer persönlichen Stellungnahme die Bürgerinitiative: „Die Behauptung, ein Platz zum Spielen und für Begegnung könne nur funktionieren, wenn alle quasi in einem gewissen Mindestabstand zum Treffpunkt wohnen (also diesen nach „dem Spiel“ wieder verlassen), kann ich selbst mit größtem Wohlwollen nur als grotesk bezeichnen. Das würde bedeuten, einen guten Abend mit Freunden kann man nur haben, wenn er nicht bei einem der Freunde zu Hause stattfindet.“

Schepker meint zur Flüchtlingsunterbringung: „Ob wir das nun gut finden oder nicht, die Herausforderungen sind da und lassen sich nicht wegprotestieren. Wir werden uns ihnen stellen und dabei unser Bestes tun müssen, um sie zu meistern. Dabei sind alle gefordert, wollen wir nicht eine unheilvolle Spaltung der Bevölkerung vorantreiben.“

„Unsere Gesellschaft ist vor allem deshalb so erfolgreich, weil es immer wieder Veränderungen gibt und versucht wird, aus diesen das Beste zu machen“, so Schepker. „Wir haben es hier mit zwangsläufigen Veränderungen zu tun, die sich aus dem ergeben, was gemeinhin als Globalisierung bezeichnet wird. Insbesondere Deutschland hat davon in den letzten Jahrzehnten und bis heute stark profitiert. In Hude haben wir eine bislang noch halbwegs überschaubare Aufgabe zu bewältigen. Es geht darum, möglichst schnell die Voraussetzungen zu schaffen, hier ankommenden Geflüchteten eine Unterkunft zu stellen.“ Habe man dabei den Anspruch, zudem noch den Integrationsgedanken zu verfolgen, sei eine Verteilung auf verschiedene Wohnquartiere das Mittel der Wahl. Wenn dann noch Mitwirkende der Initiative für den Erhalt des Spielplatzes Jägerstraße sich in die tolle Arbeit des Netzwerks Asyl einbringen würden, wären beste Voraussetzungen für ein Gelingen dieser Aufgabe geschaffen, meint Ralf Schepker.