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NWZonline.de Nachrichten Politik

Herrhausen-Mord noch immer rätselhaft

27.11.2014

Karlsruhe Vor 25 Jahren ging das Bild eines zerstörten Mercedes durch ganz Deutschland. Der verkohlte Wagen stand auf einer Straße in Bad Homburg. Im Wrack lag die Leiche von Alfred Herrhausen. Am 30. November 1989 wurde der Deutsche-Bank-Chef Opfer eines Terroranschlags.

Sieben Kilo Sprengstoff rissen ihn in den Tod, deponiert unweit seines Hauses auf dem Gepäckträger eines Kinderfahrrads. Zu dem Mord bekannte sich die dritte Generation der Rote-Armee-Fraktion (RAF). Vom MTU-Chef Ernst Zimmermann 1985 bis zum Treuhand-Leiter Detlev Karsten Rohwedder 1991 sollen die Linksterroristen fünf Prominente aus Wirtschaft und Politik und fünf weitere Opfer getötet haben. Die unheimliche dritte RAF-Generation mordete mit technischer Präzision, die meisten Taten sind bis heute nicht aufgeklärt.

Weil Mord nicht verjährt, laufen die Ermittlungen zum Herrhausen-Attentat nach Angaben der Bundesanwaltschaft auch nach einem Vierteljahrhundert weiter. „In der jüngeren Vergangenheit haben wir vor allem Beweisgegenstände mit den neuesten Möglichkeiten der Kriminaltechnik auf DNA-Spuren untersucht“, sagte Sprecher Marcus Köhler.

Die dritte RAF-Generation wird auf etwa 20 Personen geschätzt. Sie kündigte im Mai 1982 „einen neuen Abschnitt in der revolutionären Strategie“ an. Es ging nicht mehr um Gefangenenbefreiung, sondern um Mordanschläge oder Sabotageakte, manchmal begangen zusammen mit linken Terrorgruppen in Italien oder Frankreich.

Führende Köpfe der dritten RAF-Generation waren Wolfgang Grams und seine Freundin Brigitte Hogefeld. Grams beging nach einer Schießerei mit der Polizei in Bad Kleinen (Mecklenburg-Vorpommern) 1993 Selbstmord. Hogefeld wurde verhaftet, sie wurde 2011 als letztes inhaftiertes RAF-Mitglied entlassen. Politisch waren die Terroristen isoliert. 1998 zog die Gruppe aus dem Untergrund heraus einen Schlussstrich. Reue oder Demut? Fehlanzeige.

Herrhausen war ein ungewöhnlicher Bankmanager, der Transparenz forderte und für einen Schuldenerlass für die Dritte Welt eintrat. Doch als Vertreter von Deutschlands größter Bank geriet er ins Visier der Terroristen. Der 59-Jährige hinterließ Frau und zwei Töchter.

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