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NWZonline.de Nachrichten Politik

Agrar: Niedersachsen wird Kamelmilch-Quelle

04.11.2020

Hiddingen Beke Marquard betreibt mit ihrer Familie am Rande der Lüneburger Heide eine Kamelfarm. Jetzt steht sie in den Startlöchern für den Vertrieb von Kamelmilch – eine EU-Zulassungsnummer hat sie schon.

Große Nachfrage

„Wir sind die Einzigen, die in Deutschland melken, und verkaufen bisher die Frischmilch ab Hof“, erzählt die 49-Jährige inmitten der 60 Trampeltiere und Dromedare in Hiddingen im Landkreis Rotenburg/Wümme. Für eine europaweite Vermarktung muss die Milch pasteurisiert sein. Zusammen mit ihrem Mann Andreas Marquard wendet sie ein schonendes Verfahren bei 72 Grad für nur eine Minute an. Es gibt Anfragen für Kameleis aus Berlin und dem Ostharz sowie für die Käseherstellung aus Österreich.

Der Liter kostet elf Euro, der Geschmack ist der Kuhmilch ähnlich. In arabischen Ländern wird sie seit Ewigkeiten geschätzt und getrunken. Aus diesen Staaten kommen auch die aktuellen Kunden des Hofes am Rande der Lüneburger Heide. „Wir haben oft Leute aus Berlin, die 50 Liter bestellen, sie direkt abholen und zu Hause einfrieren“, sagt Beke Marquard. Für die unbegrenzte EU-Genehmigung hat sie fast alles erledigt, ein paar Formalitäten fehlen. „Aller Voraussicht nach wird es im November zur unbefristeten Zulassung kommen“, sagt Hiltrud Schrandt, Pressesprecherin des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Oldenburg.

Dromedare im Melkstand

Wenn das Go der Behörde da ist, muss das Vermesser-Ehepaar, das noch in Teilzeit dem gelernten Beruf nachgeht, öfter früh aufstehen. Das Melken erledigt zwar eine Maschine, die Vorbereitung der Kamele dauert aber. Im Gegensatz zu Kühen muss immer das Fohlen in der Nähe sein, sonst klappt es nicht. Nur die Dromedare werden gemolken, bei den Kamelen mit zwei Höckern sind die Zitzen zu klein, erzählt Beke Marquard über die zutraulichen Tiere. Zwei bis fünf Liter gibt eine Stute pro Tag, derzeit können sie acht melken.

Erfolgreiche Aufzucht

Das Paar ist ständig im Austausch mit Händlern auf der ganzen Welt, auf Reisen nach Kuwait, Saudi-Arabien und Marokko sammelte es sein Wissen. Besonders stolz sind die Marquards auf die geringe Sterblichkeit ihrer Jungfohlen. „Kamelfohlen sind sehr träge, bis sie Milch trinken. Aber die Biestmilch ist so wichtig für das Immunsystem“, sagt Beke Marquard. Aus diesem Grund hat sie von der ganz frühen Muttermilch stets etwas eingefroren, um unterstützend eingreifen zu können, denn die Kamelzucht in Niedersachsen will gesichert sein.

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