Hildesheim - Weil sie einer früheren Freundin ein kochendes Wasser-Öl-Gemisch über den Kopf geschüttet hat, ist eine 29-Jährige am Donnerstag zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Das Landgericht Hildesheim sprach die junge Frau, die im neunten Monat schwanger ist, der wissentlich schweren Körperverletzung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung schuldig.

Die Tat war demnach ein Racheakt: Die Angeklagte hatte ausgesagt, dass ihre Bekannte ihren Mini-Chihuahua Mila brutal getötet habe. Der Hund sei für sie und ihren Ehemann Kindersatz gewesen. Das Tier war blutüberströmt, ausgeweidet und mit abgeschnittener Zunge in der Wohnung der ehemaligen Freundin entdeckt worden.

„Hätte es die Geschichte mit dem Hund, der auf übelste Art und Weise getötet wurde, nicht gegeben, hätte es auch nicht die Tat gegeben“, sagte die Vorsitzende Richterin Bernadette Pape in ihrer Urteilsbegründung. Die 26-Jährige hatte stets bestritten, den Hund getötet zu haben. Ein entsprechendes Verfahren wurde eingestellt.

Die Angeklagte hatte ihre frühere Freundin zu einer vermeintlichen Aussprache über den getöteten Hund in ihre Hildesheimer Wohnung eingeladen. Als das spätere Opfer sinngemäß sagte: „Sei nicht mehr sauer wegen dem Scheißhund!“, hatte die 29-Jährige zum Kochtopf gegriffen. Allerdings habe die Angeklagte die Tat geplant, betonte die Vorsitzende Richterin. Die Kammer sei jedoch überzeugt, dass die Angeklagte ihrer früheren Freundin einen Denkzettel verpassen wollte und nicht dieses Ausmaß der Verletzungen vorhergesehen habe.