Landkreis/Ahlhorn - Wenn Jugendliche nach einer Sucht-Therapie wieder in den Alltag zurückfinden sollen, ist ein Arbeitsplatz oder zumindest eine berufliche Perspektive wichtig – doch oft dauert es lange, bis es zu einem ersten Termin im Jobcenter kommt und nicht immer sind die Mitarbeiter dort auf die besonderen Bedürfnisse mit suchtkranken Jugendlichen optimal vorbereitet.
Die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn und das Jobcenter des Landkreises Oldenburg haben deshalb einen Kooperationsvertrag unterschrieben, in dem eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den beiden Einrichtungen festgehalten wird.
„Früher hatten wir hauptsächlich Kontakt zum Arbeitsamt, das die Beratung für unsere Patienten übernommen hat“, sagt Jürgen Schlieckau, der pädagogische Leiter der Ahlhorner Klinik. Er stellte den Vertrag am Dienstag gemeinsam mit Sabine Behrens vom Amt für Arbeit und Soziale Sicherung sowie Peter Thon, Leiter des Jobcenters in Sandkrug, in Ahlhorn vor.
„Heute sind unter unseren Patienten auch viele Empfänger von Arbeitslosengeld II“, so Schlieckau. Diese Patienten sollen möglichst in der ersten Phase der Rehabilitation Kontakt zum Jobcenter aufnehmen, weitere Gespräche folgen dann zum Ende der sechsmonatigen Therapie.
Bei der Kooperation geht es aber nicht nur darum, den Patienten früh einen Kontakt zum Jobcenter zu vermitteln. Klinik und Jobcenter sollen Informationen austauschen dürfen, die den Betreuern ermöglichen, auf den jeweiligen Patienten abgestimmte Programme zu entwickeln. Dabei werde natürlich der Datenschutz jederzeit beachtet, betont Thon. Die Patienten entbinden die Klinik für den Informationsaustausch von ihrer Schweigepflicht.
„Je länger die Pause zwischen Therapie und Qualifizierung ist, desto schwieriger wird es“, so Schlieckau. Für die Jugendlichen, die oft vielfache Erfahrungen des Scheiterns gemacht hätten, sei die Therapie oft die erste positive Erfahrung. Das könne durch den direkten Anschluss einer Qualifizierungsmaßnahme unterstützt werden.
Das Jobcenter habe Mitarbeiter speziell für die besonderen Bedürfnisse abhängiger Jugendlicher geschult, ergänzte Behrens.
Die Zahl der Jugendlichen, die direkt von der neuen Kooperation profitiert, ist allerdings sehr begrenzt: Das Jobcenter ist nur für Patienten zuständig, die aus dem Landkreis kommen, oder bei denen klar ist, dass sie nach dem Ende der Therapie im Landkreis bleiben werden. Das ist aber nur ein Bruchteil der Patienten in der Klinik – sie kommen aus dem gesamten Bundesgebiet. Von den Erfahrungen aus der Kooperation könnten aber auch andere Patienten profitieren, erklärte Schlieckau.
