Wildeshausen - Der professionelle Aufbau eines Stadtarchivs, die Organisation von Vorträgen und Ausstellungen oder die Herausgabe von Schriften: Von diesem breitgefächerten Aufgabenfeld des Bürger- und Geschichtsvereins (BGV) hat sich Wildeshausens neuer Bürgermeister Jens Kuraschinski bei seinem Antrittsbesuch am Mittwoch einen Eindruck verschafft.
„Die Arbeit des BGV basiert auf dem ehrenamtlichen Engagement seiner Mitglieder und finanziert sich über Spenden und Zuschüsse. Die Stadt Wildeshausen verfügt selbst über kein Archiv. Dem Aufbau eines solchen Archivs gilt unser Hauptaugenmerk“, betonte Bernd Oeljeschläger, der zusammen mit Karl-August Kolhoff die Geschicke des 2001 gegründeten Vereins leitet.
Ohne den gesamten Blick auf die Geschichte Wildeshausens und die Koordinierung bereits vorhandener Bestände mache die Dokumentation der facettenreichen Vergangenheit der Huntestadt aber wenig Sinn. „Viel an Wissen ist nur in den Köpfen. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass möglichst viel auch notiert wird“, so Oeljeschläger weiter.
„Es ist auch nicht so, dass Privatleute uns ihre historischen Besitztümer allesamt überlassen sollen. Oft reicht es schon, dass sie uns davon in Kenntnis setzen“, ergänzte Kolhoff. Er verband damit die Bitte an die Stadt, Bürger, die geschichtliche Anliegen haben, direkt an den BGV zu verweisen. Das versprach Kuraschinski, der darüber hinaus dem Verein dafür dankte, dass er mit seiner Archivarbeit eine wichtige gemeinnützige kommunale Aufgabe wahrnehme. Die Einstellung eines Archivars würde ungleich mehr kosten.
Auch die Befürchtung des BGV, das Büro im Rathaus bald räumen zu müssen, weil die Verwaltung zusätzliche Räume benötige, konnte der Bürgermeister entkräften. „Das ist momentan nicht akut, da wir ja im Stadthaus zum Beispiel im ehemaligen Ratscafé noch Expansionsmöglichkeiten haben“, beruhigte Kuraschinski.
Und auch über Finanzen wurde geredet. „15 000 Euro Jahreszuschuss als feste untere Grenze, noch besser ein Personalkostenzuschuss“, brachte Kolhoff die Wünsche des Vereins, der jährlich neu einen Zuschuss beantragen muss, auf den Punkt. „Der Rat muss uns bei Laune halten“, ergänzte Vorstandsmitglied Manfred Rollié. „Diesen Wunsch nehme ich gerne mit“, versprach Kuraschinski.
