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NWZonline.de Nachrichten Politik

Hitzewellen überraschen uns nicht

12.08.2010

FRAGE: Hitze, Trockenheit und Torfbrände in Russland, Überschwemmungen in Pakistan, Hochwasser auch in Deutschland – gerät das Weltklima allmählich außer Kontrolle?

FLASBARTH: Man muss immer sehr vorsichtig sein, von einzelnen – auch extremen Wetterereignissen – auf den Klimawandel zu schließen. Gleichwohl: Hitzewellen und Starkniederschläge wie aktuell überraschen uns nicht. Sie entsprechen den Aussagen der Klimawissenschaftler im letzten Sachstandbericht über Klimaänderungen des Weltklimarats von 2007. Mit wachsender Erwärmung ist auch mit der Zunahme von extremen Wetterereignissen

zu rechnen. Natürlich spielen bei den Auswirkungen vor Ort die lokalen Bedingungen eine wichtige Rolle.

FRAGE: In Russland gibt es bereits Brände in radioaktiv verseuchten Gebieten. Wie groß ist die Gefahr, die davon ausgeht?

FLASBARTH: Das sollen Strahlenschützer beurteilen. Derzeit besorgt mich die Belastung der russischen Bevölkerung durch Luftschadstoffe. In Moskau lagen die Konzentrationen von Staub und Kohlenmonoxid in den letzten Tagen noch höher als während der Smog-Episoden der 80er Jahre im Ruhrgebiet.

FRAGE: Wird sich Deutschland auf mehr Hochwasser, so wie jetzt an Spree und Neiße, einstellen müssen?

FLASBARTH: Hochwasser sind natürliche Ereignisse. Schäden entstehen, weil wir in Überflutungsgebieten leben, arbeiten und dort Werte angehäuft haben. Wir haben dafür die Flüsse eingeengt und verbaut. Sie können nur noch auf ein Drittel ihrer ehemaligen Überschwemmungsflächen ausufern. Aus der Klimaforschung wissen wir, dass die Neigung zu starken Regenfällen zunehmen wird. In gebirgigen Flussgebieten führt das naturgemäß schneller zu Hochwasser als im Flachland. Durch die Flächenversiegelung in Flussgebieten kann Regenwasser weniger gut versickern.

FRAGE: Hat man aus den Hochwassern vergangener Jahre nicht überall die richtigen Lehren gezogen?

FLASBARTH: Wir haben viel gelernt, vor allem aus dem Elbe-Hochwasser 2002. Die gesetzlichen Regelungen für den Hochwasserschutz wurden verschärft, viel Geld für die Verbesserung von Vorhersagesystemen und die Sanierung von Deichen ausgegeben. Dass es Erfolge gibt, zeigte das Oder-Hochwasser vom Mai 2010, dort traten keine nennenswerten Schäden auf.

Hochwasserschaden erlitten haben, sollten genau prüfen, welche bauliche

Veränderungen sie selbst treffen können, um beim nächsten Hochwasser besser

geschützt zu sein.

FLASBARTH:

Rasmus Buchsteiner
Korrespondentenbüro Berlin
Tel:
0441 9988 2018

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