HOHENKIRCHEN - Der Erste Gemeinderat der Gemeinde Wangerland, Manfred Meppen, verlässt am 2. November die Gemeindeverwaltung. „Dann bin ich Pensionär“, freut sich Meppen, der als Wahlbeamter dieses Amt acht Jahre inne hatte und gleichzeitig Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters ist. Weitere acht Jahre wollte er sich das umfangreiche Aufgabengebiet nicht zumuten. „Das hätte ich nicht unbeschadet überstanden“, gibt er freimütig zu: „Der Alltag lässt einen an seine Grenzen kommen.“

Er habe großes, auch persönliches Interesse an seiner Arbeit empfunden. Daraus sei „eine gewisse Terriermentalität erwachsen“, die dazu geführt habe, dass er nicht mehr abschalten konnte. So habe er sich häufig am Wochenende in sein Büro gesetzt und gearbeitet. „Wenn man bald 365 Tage im Jahr nur an seine Arbeit denkt, dann verändert sich der Mensch“, ist seine Erfahrung. Diese Veränderung spürten auch Familie und Freunde.

„Ich habe lange darüber nachgedacht und mich dann zu diesem Schritt entschieden. Ich möchte loslassen im eigenen und im Interesse der Gemeinde“, nennt er einen weiteren Grund: Das Wangerland habe einen jungen, qualifizierten Bürgermeister und eine junge Truppe von fähigen Mitarbeitern – „da kann ich mich mit 55 Jahren ruhig zurückziehen“.

Rückblickend meint Meppen, dass die gute Arbeit der Verwaltung oft nicht die Zustimmung der Ratsmitglieder gefunden habe. Das habe ihn manchmal menschlich enttäuscht.

Meppen, der von 1968 bis 1971 eine Lehre als Elektroinstallateur in Wilhelmshaven machte, verpflichtete sich nach der Lehrzeit für acht Jahre bei der Bundeswehr, bewarb sich 1978 bei der Verwaltung der Hansestadt Bremen und begann im Oktober 1988 in der Verwaltung der Gemeinde Wangerland ein neues Tätigkeitsfeld. Vor acht Jahren entschied er sich für den Status eines Wahlbeamten und gab damit seine bisherige Laufbahn als Beamter auf Lebenszeit auf.

„Ich möchte mich mehr meiner Familie und Freunden widmen, alte Kontakte beleben“, sind seine Pläne. Zurzeit baut er sein Elternhaus, in dem mit seiner Frau wohnt, um. Wenn er dann wieder Zeit hat, kann er sich durchaus vorstellen, sachbezogene und zeitlich befristete Projekte zu begleiten.