HOHENKIRCHEN - 1817 kam Dragoner Johann Heinrich Rippe nach Hohenkirchen. Er war erster Polizist des Wangerlands.
Von KLaus Homola
HOHENKIRCHEN - Als Geburtsstunde der Polizei im hiesigen Raum und damit auch für das heutige Wangerland kann das Jahr 1817 angesehen werden, schreibt Polizeidirektor i. R. Karl-Heinz Peters, Jever, in seiner Chronik „Die Polizei im Wangerland“. Per Gesetz verfügte damals Herzog Peter Ludwig von Oldenburg die Einrichtung eines Land-Dragoner Korps’.Ein Posten wurde auch in Hohenkirchen eingerichtet, wo der Dragoner Johann Heinrich Rippe mit seinen beiden Pferden den Dienst versah. Hauptaufgaben der Dragoner lagen zum einen in der Bekämpfung der Landstreicherei. Zum anderen mussten sie Märkte überwachen, die Spur der Pferdewagen kontrollieren und verbotener Nachschwärmerei nachgehen.
Ein halbes Jahrhundert später machte Oldenburg die Dragoner-Posten zu Gendarmerie-Standorten. Für die Bediensteten wurden in der Regel Diensträume angemietet. In Hohenkirchen nutzte Wachtmeister Hermann Behrends um 1912 die unteren Räume der Ersten Pastorei, dem heutigen Dorfgemeinschaftshaus.
Doch der Gemeinde gefiel diese Lösung nicht und sie beschloss, ein Wohnhaus für den Gendarmen zu errichten. Eine einvernehmliche Lösung mit dem Kirchenrat konnte allerdings nicht erreicht werden – Hohenkirchens Gendarm blieb ohne Dienst- und Wohnhaus.
Ende der zwanziger Jahre kam es dann doch zur Einigung und 1931 konnte Gendarmerie-Kommissar Ernst Ellermann in das neue Dienstgebäude an der Jeverschen Straße 18 einziehen.
1963 kaufte das Land Niedersachsen das Polizeigebäude, das als Wohn- und Dienstgebäude diente, für 35 000 Mark. Erst Ende der siebziger Jahre, als die Polizeistation Wangerland aufgestockt wurde, wurden auch die Privaträume zu Büroräumen umfunktioniert.
Nach 76 Jahren ist diese Geschichte nun beendet: Die Polizeistation ist in neue Räume gezogen und das Klinkerhaus an der Jeverschen Straße steht zum Verkauf.
Doch der Kreis schließt sich: Die heutige Adresse der Polizeistation lautet Alma-Rogge-Weg 2 und ist identisch mit der des Hauses, in dem Wachtmeister Hermann Behrends schon 1912 zu ereichen war. Denn der Alma-Rogge-Weg ist in der Zwischenzeit verlegt worden.
