Hooksiel - Jetzt gilt’s: Ab diesem Sonntag, 17. Januar, und dann drei Wochen lang bis zum 7. Februar können 8234 wahlberechtigte Wangerländer per Briefwahl in einem Bürgerentscheid über die Zukunft des Gästehauses Hooksiel abstimmen. Mit einem dritten und letzten Rundbrief, der Anfang kommender Woche in die Häuser der Bürger flattert, wollen Dietrich Gabbey, Günter Schmöckel und Dieter Schäfermeier von der Bürgerinitiative noch einmal für ihr Anliegen werben, Überzeugungsarbeit leisten und erklären, warum der Erhalt des Gästehauses Hooksiel eine so große Bedeutung hat.
„Es geht um die wichtige Anerkennung Hooksiels als Nordseeheilbad. Der Status ist für die weitere Entwicklung immens wichtig, letztlich hängt daran auch wieder viel Fördergeld“, sagt Schmöckel.
Mitte der 1990er gebaut
Das Gästehaus Hooksiel entstand Mitte der 1990er Jahre für damals rund 4,5 Millionen Mark und sollte mit seinen Angeboten und Räumen nicht nur Gästen, sondern auch den Bürgern als Treffpunkt und Veranstaltungsort dienen. Das klappte auch einige Jahre, doch die Gemeinde Wangerland habe das Haus zunehmend stiefmütterlich und als „Klotz am Bein“ behandelt, so die Kritik der Bürgerinitiative. Sie moniert, dass Gemeinde und Kurverwaltung generell zu wenig für den Tourismusstandort Hooksiel unternehmen.
In der Vorbereitung des Bürgerentscheids habe sich die Gemeinde nicht mit Ruhm bekleckert, meint Dietrich Gabbey. Er kritisiert die mangelhafte Kommunikation und Kommunikationsbereitschaft der Verwaltung mit der Bürgerinitiative und eine Reihe peinlicher Pleiten und Pannen bei der Organisation des Bürgerentscheids und des vorgeschalteten Bürgerbegehrens.
Gleichwohl sind Schmöckel, Gabbey und Schäfermeier erleichtert, dass jetzt die Briefwahlunterlagen zu den Bürgern unterwegs sind und das Thema Gästehaus in drei Wochen zu einem Abschluss kommen kann. „Soll der Gemeinderat der Wangerland Touristik GmbH die Weisung erteilen, den Verkauf des Gästehauses Hooksiel, Hohe Weg 1, zu unterlassen?“ lautet die Frage, die die Bürger mit Ja oder Nein beantworten sollen. „Wir sind fest davon überzeugt, dass das zu unseren Gunsten ausgehen wird“, sagt Schmöckel.
Laufzeit bis 7. Februar
Damit der Bürgerentscheid überhaupt gültig ist, müssen mindestens 20 Prozent der wahlberechtigten Wangerländer abstimmen. Demnach müssen bis 7. Februar, 18 Uhr, etwa 1650 Wahlbriefe im Rathaus vorliegen. Für eine Entscheidung für oder gegen das Gästehaus genügt eine einfache Mehrheit. Abstimmen dürfen übrigens alle Wangerländer, die am 7. Februar 16 Jahre alt sind. Wer bis zum 20. Januar noch keine Wahlunterlagen erhalten hat, soll sich unbedingt ans Rathaus wenden, rät die Initiative. Sie regt an, die öffentliche Auszählung am Abend des 7. Februar per Videostream aus dem Rathaus zu übertragen.
Verärgert hat die BI ein von CDU, FDP, Grüne und UWW gemeinsam verfasstes Rundschreiben zum Verkauf des Gästehauses. Das Faltblatt erwecke nicht nur den Anschein eines offiziellen Schreibens der Gemeindeverwaltung, es enthalte auch viele falsche Angaben, empört sich Günter Schmöckel. „Das ist schon ein dreistes Ding.“
