Hooksiel - Der Urwald im Westteil des Hooksieler Freizeitgeländes soll nicht angetastet werden: Das betonten alle Wangerländer Ratsparteien, aber auch Bürgermeister Björn Mühlena mehrfach. Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung hat am Dienstagabend einstimmig den Feststellungsbeschluss für die Flächennutzungsplan-Änderung „Hooksiel Freizeitgelände-West“ beschlossen.

„Die Waldflächen sind viel zu wertvoll, als dass wir sie einfach überplanen“, fasste Ausschussvorsitzender Reiner Tammen (Grüne) am Ende zusammen.

Mit der Aufstellung der Bauleitplanung für den Bereich zwischen Deich und Bäderstraße, der neben dem Urwald auch den Sportplatz des FCN, die Jade-Rennbahn und die Marina einbezieht, wird festgelegt, dass dort grundsätzlich Bebauung möglich ist. Mit der Überplanung hat die Gemeinde sich die Entwicklungsrechte dieses Bereichs gesichert.

Hintergrund ist der städtebauliche Vertrag, den die Gemeinde Wangerland 2015 mit Stadt Wilhelmshaven, Firmen im Voslapper Groden, Landkreis und Land geschlossen hat. Bis dahin galt, dass im Hooksieler Freizeitgelände, das im Besitz des Landes ist, aus emissionsschutzrechtlichen Gründen nur eingeschränkt Entwicklung möglich ist. Mit dem städtebaulichen Vertrag wurde geregelt, dass Hooksiel sich im Westen des Freizeitgeländes entwickeln darf – ohne dass Einschränkungen durch die Industrie gelten.

„Nun können wir etwa dem FCN erlauben, auf seinem Gelände ein Zeltlager zu veranstalten“, erläuterte der Bürgermeister: Übernachtungen waren bisher im gesamten Freizeitgelände verboten.

Zweimal hat der Flächennutzungsplan ausgelegen. Wie Planer Matthias Lux ausführte, haben sich bei der erneuten Auslegung des F-Plans im Oktober das Landesforstamt, der Naturschutzbund und WAU, aber auch die untere Naturschutzbehörde beim Landkreis und mehrere Einzelpersonen überaus kritisch zur Überplanung des Waldes nördlich der Marina geäußert.

Und tatsächlich hat die Biotop-Kartierung ergeben, dass es im Wald sehr wertvolle Bereiche gibt. „Vermutlich wird eine Bebauung des Waldes sehr kompliziert und nicht leicht abwägbar“, sagte Lux.

Das zu berücksichtigen bei eventuellen Bebauungsplänen haben auch die Ratsparteien zugesagt: „An den Wald will garantiert keiner ran – das sind potenzielle Kompensationsflächen für andere Maßnahmen“, sagte Holger Ulfers (SPD). Und „der F-Plan ist kein Freifahrtschein, dort alles platt zu machen und zu bebauen“, betonte Timo Ostermann (CDU).

Der Wald im Westteil des Freizeitgeländes hat sich in den vergangenen 40 Jahren zum Urwald entwickelt. Rund 30 Stück Rehwild, Füchse, Dachse und allerlei Kleingetier leben in dem Bereich. Da die Spazierwege nur am Rand entlangführen, leben die Tiere dort sehr geschützt.