Hude - Eigentlich sind es nur zwei Kreuze, die man auf einem Zettel machen muss. Dennoch herrscht seit Wochen Aufregung um die Bundestagswahl, die auch in Hude am kommenden Sonntag über die Bühne gehen wird. 12 949 Huder sind aufgerufen, ihre Stimmen für die Parteien und Kandidaten abzugeben. 1902 Bürger haben in der Gemeinde schon per Briefwahl gewählt, bis Sonntag müssen diese Unterlagen im Kreishaus in Wildeshausen sein. Viele Bürger geben den roten Briefumschlag im Huder Rathaus ab, diese Abgabe ist noch bis Sonntag circa 15 Uhr im Rathaus möglich, dann fährt eine Mitarbeiterin in die Kreisstadt. Bis kurz vor 18 Uhr können die roten Umschläge aber auch direkt in Wildeshausen abgegeben werden, erläutert Jutta Settelmeier von der Gemeinde Hude.
Für Notfälle
Bis 15 Uhr ist am Sonntag das Büro im Rathaus für Notfälle geöffnet. „Die Wahlhelfer rufen an, wenn sie jemanden nicht im Verzeichnis finden oder wenn eine Person nicht im richtigen Wahllokal ist und auch nicht weiß, wo sie richtigerweise wählen geht“, erläutert Settelmeier, die zurzeit nur mit der Wahlvorbereitung beschäftigt ist. Es gebe in der Gemeinde keine neuen Wahllokale und auch keine neuen Bezirke. Gewählt wird in 15 Wahllokalen. Diese sind im Einzelnen: Haus am Bahnhof, Schule Jägerstraße, Schule Vielstedter Straße, Schule Hohelucht, Schule Hude-Süd, Gaststätte Menkens, Schützenhalle Langenberg, Vielstedter Bauernhaus, Gaststätte Mehrings, Kindergarten Gänseblümchen, Dorfgemeinschaftsraum Lintel, Feuerwehr Altmoorhausen, Schule Wüsting, Gaststätte „Zur Krone“ und im Kindergarten Wüsting.
Neu indes ist das Wahlsystem, mit dem die Ergebnisse erfasst werden. „Das Wahllokal ruft an und gibt die Ergebnisse durch. Ein Mitarbeiter tippt die Daten direkt in ein System ein, die andere Person schreibt mit – falls der Computer abstürzt“, erklärt Settelmeier. Der Test mit dem System habe jedoch gut geklappt, dank einer Zusammenkunft der Wahlvorstände am Freitag fühlt man sich auf die Wahl gut vorbereitet.
Eine Wahlparty oder eine offizielle Bekanntgabe der Wahlergebnisse im Rathaus wird es laut Settelmeier nicht geben. Das Interesse und damit die Bereitschaft wählen zu gehen sei jedoch für den Bundestag immer höher als bei Landtags- oder Kommunalwahlen, erinnert sich die Gemeindemitarbeiterin. Im Jahr 2013 lag die Beteiligung bei 66 Prozent, 2009 sogar bei 77 Prozent. Bei der vorherigen Bundestagswahl lag in den 15 Huder Wahllokalen die CDU vorne: Die Direktkandidatin Astrid Grotelüschen holte in zehn Wahllokalen die meisten Erststimmen, SPD-Kontrahentin Susanne Mittag konnte fünf Lokale für sich entscheiden. Stimmen einbüßen gegenüber der Wahl im Jahr 2009 mussten bei der vergangenen Bundestagswahl die FDP, die Linke und auch die Grünen. In Hude trat 2013 auch die mittlerweile bekannter gewordene Alternative für Deutschland auf den Plan – sie erhielt auf Anhieb 3,6 Prozent der Stimmen.
Nächste Wahl
Mit den Huder Ergebnissen rechnet Settelmeier gegen 18.45 Uhr am Sonntagabend. Danach ist für die Gemeindemitarbeiter jedoch kein Durchatmen angesagt, denn dann stehen die Zeichen auf Landtagswahl. Auch dafür haben die Bürger bereits ihre Wahlbenachrichtigungen erhalten, die Unterlagen zur Briefwahl werden in den kommenden Tagen in der Gemeinde erwartet.
