HUDE - Der neue Flächennutzungsplan soll die Weichen für die nächsten 25 Jahre stellen – doch mit dem vorliegenden Entwurf tut sich die Politik weiterhin schwer: Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt hat am Mittwochabend auf Antrag von SPD-Fraktionschef Heiko Aschenbeck ein Votum vertagt. Somit kann der Entwurf vorerst nicht öffentlich ausgelegt werden, die Verabschiedung durch den Rat könnte sich weiter verschieben. „Es gibt noch in verschiedenen Punkten Beratungsbedarf“, sagte Aschenbeck.

Dabei herrscht in den wichtigsten Fragen, wo und in welchem Umfang künftig die wohnbauliche und gewerbliche Entwicklung der Gemeinde Hude stattfinden soll, durchaus Konsens zwischen den Fraktionen. Knatsch gibt es jedoch nach wie vor ums Kompensationskonzept. Dahinter verbirgt sich die Auswahl der Flächen, auf denen die „Wiedergutmachung“ an Natur und Landschaft für die Ausweisung von Wohn- und Gewerbegebieten geleistet werden soll.

Die Ortslandvolkverbände wehren sich weiterhin dagegen, dass die Kompensation für den Flächenverbrauch auf landwirtschaftlich genutztem Terrain möglich sein soll. Das Zugeständnis, den Ausgleich vorrangig durch Waldumwandlungen und Inanspruchnahme von landwirtschaftlichen Restflächen vorzunehmen, reichte dem Landvolk nicht. Ebenso wenig das Entgegenkommen der Verwaltung, die Größe des Schwerpunktsuchraums „Hunteniederung“ von 1024 auf 463 Hektar zu reduzieren und auf die Flächen nördlich des Blankenburger Sieltiefs bzw. des Verbandsgewässers „Wettern“ zu begrenzen. „Das ist immer noch viel zu viel“, zürnte der CDU-Ratsherr und Vorsitzende des Landvolkverbandes Wüsting, Wilfried Siems. In einer zur Sitzung verteilten Stellungnahme kritisieren die Ortslandvolkverbände, dass ihre Vorschläge in Sachen Flächenpool-Bildung und Ökokonto-Nutzung nicht genügend berücksichtigt worden seien.

Zu keinen weiteren Zugeständnissen bereit war hingegen Birte Wachtendorf (Grüne): Sie stimmte als Einzige gegen die von der SPD beantragte Vertagung.

Als weiterer Streitpunkt kristallisiert sich das Projekt „Wohnen mit Pferden“ heraus. Ratsherr Jörg Kreusel beantragte, das dafür vorgesehene Sondergebiet auf die bisherige Dreiecksfläche des Pferdehofes zwischen Hurreler Straße und „Am Postweg“ zu beschränken. Zur Abstimmung brachte Ausschussvorsitzender Bernhard Wolff Kreusels Antrag am Mittwochabend indes nicht.

an neuen Bauflächen weist der Entwurf des Flächennutzungsplanes aus. Den Bedarf an Ausgleichsflächen für die Eingriffe in Natur und Landschaft beziffert das Planungsbüro NWP auf 53,5 bis 107 Hektar. Der Entwurf enthält fünf großflächige Suchräume (insgesamt 1511 Hektar) sowie Nadelwälder (500 Hektar), die für Kompensationsmaßnahmen in Frage kommen.

Festhalten will die Verwaltung entgegen der Bedenken des Landkreises an einer 6,3 Hektar großen Wohnbaufläche zwischen der Straße „An den Ladillen“, dem See am Ladillenweg und Neuer Weg. Eine 30 Meter tiefe Grünfläche soll als Pufferzone die Einkesselung der See- und Waldfläche abmildern.