HUDE - HUDE - Seit Mittwochabend ist der Huder Gastronom Peter Burgdorf Vorsitzender des Ortsverbandes Ganderkesee-Hude des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). Was er in der neuen Funktion vorhat, erzählt er der NWZ im Interview.
Frage: Was wollen Sie als neuer Vorsitzender in Angriff nehmen?
Burgdorf: Zunächst mal sollen die jungen Leute vermehrt in die Vorstandsarbeit einbezogen werden. Gerhard Menkens als Kassenwart und Jens Burgdorf als sein Stellvertreter machen da schon mal einen Anfang. Und dann ist da noch das Nichtraucherschutzgesetz...
Frage: ...das Sie nicht befürworten?
Burgdorf: Zumindest auf dem Land wird es für erhebliche Probleme sorgen. Die reinen Kneipen, in denen dem kleinen potenziellen Kundenkreis nun verboten werden soll, zum Bier eine Zigarette zu rauchen, werden es schwer haben. Denn wenn die Raucher zu Hause bleiben, haben die Nichtraucher auch keine Lust mehr, in einer leeren Kneipe zu sitzen. Außerdem führt das Gesetz zu Wettbewerbsverzerrungen.
Frage: Inwiefern?
Burgdorf: In dem Gesetzentwurf sind keine private Partyscheunen bedacht worden. Die kann man für seine Feste mieten und dort weiterhin rauchen. Wenn es ein Rauchverbot in der Gastronomie geben soll, dann bitte überall und ohne Ausnahme. Wir haben es hier mit einer Riesenlücke im Gesetz zu tun.
Frage: Was kann die Dehoga in dem Zusammenhang tun?
Burgdorf: Sie muss endlich agieren und nicht immer nur reagieren. Wenn die Bauern mit der Politik nicht einverstanden sind, fahren sie nach Berlin und schmeißen Heu vors Kanzleramt. Wir Wirte müssen uns unserer Kraft bewusst werden. Schließlich sind wir es, bei denen die Bürger einkehren. Ich möchte das Thema „Ungleichbehandlung“ jetzt schnell auf die Tagesordnung bringen. Da hat die Dehoga bisher zu wenig getan. Das war auch der Tenor auf der Jahreshauptversammlung.
Frage: Der neue Gesetzentwurf sieht vor, auch in Diskotheken einen abgeschlossenen Raucherbereich einrichten zu können. Ist das beispielsweise bei Ihren Feiern in der Halle am Huder Bach machbar?
Burgdorf: Nein, denn die Halle ist eine Mehrzweckhalle und gehört der Gemeinde. Dort können wir nur gemütliche Raucherecken außerhalb der Halle anbieten. In meiner Diskothek „Yo“ in Langenberg wäre solch ein Raum dagegen denkbar.
