HUDE - Den Plänen von Investor Helmut Urban zum Ausbau des Huder Pferdehofes erteilt die FDP zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine Absage, obwohl sie Urbans Ideen grundsätzlich als „spannend“ und „große Chance für den Ort“ bewertet. Das betonte Fraktionsvize Oliver Gall am Dienstagabend in der Ortsverbandsversammlung.
Der Pferdehof soll zu einem Reitsportzentrum umgestaltet werden, zu dem auch ein Hotel und etwa 50 Einfamilienhäuser mit Pferdehaltung auf dem Grundstück gehören. Genau darin sieht die FDP den Knackpunkt: „Was ist, wenn die Eigentümer nicht mehr in der Lage sind, Pferde zu halten, oder das Haus verkauft wird?“, so Gall. Solange es rechtlich nicht regelbar ist, die Pferdehaltung festzuschreiben, werde die FDP nicht zustimmen. „Sonst stehen in Pferdeboxen nur schöne Autos“, befürchtet Gall.
Die FDP bleibt standhaft: Ungeachtet der Kritik an der mit rund sechs Millionen Euro kalkulierten Kombi-Lösung Tunnelneubau/Kreisverkehr beharren die Liberalen darauf, das Projekt zur Umgestaltung der Kreuzung Vielstedter Straße (K 226)/Burgstraße/Hohe Straße umzusetzen. „Wir sollten uns nicht irre machen lassen“, sagte Fraktionsvize Oliver Gall am Dienstagabend in der Jahreshauptversammlung des Ortsverbandes. Man habe mit einem konsensfähigen Vorschlag eine breite Mehrheit im Rat gefunden und damit „den Knoten durchschlagen“. „Es ist nach wie vor sinnvoll, an dem Projekt festzuhalten“, versicherte Gall.
Unterstützung erhielt er vom Vorsitzenden der FDP-Kreistagsfraktion, Ernst-August Bode: „Wenn wir das jetzt nicht machen, kriegen wir dort nie mehr eine vernünftige Lösung hin.“ Bode betonte, an der Finanzierung werde das Vorhaben nicht scheitern. „Wir haben immer gesagt, dass nur gebaut wird, wenn – wie versprochen – 60 Prozent der Bausumme als Zuschüsse vom Land und der EU fließen. Das heißt, es bleiben nur knapp 800 000 Euro für die Gemeinde Hude übrig. Den Rest trägt der Landkreis. Und das über drei Jahre verteilt“, rechnete Bode vor. Die Mittel im Kreishaushalt würden seit Jahren zur Verfügung stehen, keine andere Baumaßnahme im Kreis sei dadurch gefährdet. Das Argument, man könne die Millionen sinnvoller verwenden, lässt der Freidemokrat nicht gelten: „Die Zuschüsse sind nicht umpolbar auf Schulbauten.“
Mit den Kritikern scharf ins Gericht ging Oliver Gall: Die Gegner des Projekts seien „schlecht informiert“, deren Versammlungen „hanebüchen“. Da werde viel mit „Halbwahrheiten und Mutmaßungen“ gearbeitet. Die Alternative, nur einen kleinen Extra-Durchstich für Radfahrer und Fußgänger zu bauen, sei „nicht im Ansatz durchdacht“: „Wo soll der Radweg wohl lang führen? Doch auch über das landschaftlich so wertvolle Gelände der Familie von Witzleben.“ Auf der anderen Seite des Tunnels würde der Radweg auf der Burgstraße enden – für eine Fortführung entlang der Vielstedter Straße bis zum Hurreler Weg würden etliche Quadratmeter aus privaten Vorgärten benötigt werden – „da müsste man vielen Leuten wirklich weh tun“, warnte Gall.
Auch Ernst-August Bode hält den kleinen Durchstich, dessen Kosten die Kreisverwaltung auf 500 000 Euro geschätzt hat, für keine wirkliche Alternative: „Diese Summe ist durch keine Expertise, keine statische Berechnung belegt. Wer glaubt, so ein Bauwerk unter der Bahn, das immerhin einen Begegnungsverkehr ermöglichen soll, für diesen Betrag hinzubekommen, ist schief gewickelt.“ Stattdessen hält er die Umsetzung der großen Neubau-Lösung mit Kreisverkehr in 2013 für eine „realistische Annahme“.
