Hude - „Wohin will sich Hude entwickeln?“ – Das fragte provokant Horst Linnemann in der Einwohnerfragestunde der Ratssitzung am Donnerstagabend. „Zukunft gestalten, statt Gegenwart zu verwalten“, forderte er von Rat und Verwaltung. Dazu gehöre ein Entwicklungskonzept, das es es aber bislang nicht geb. Man könne doch nicht einfach loslaufen, wenn das Ziel nicht bekannt sei.

Linnemann war von 2006 bis 2016 für die CDU Mitglied des Rates, zuletzt CDU-Fraktionschef, als er überraschend im Alter von 74 Jahren sein Mandat abgab.

Der „Polit-Rentner“, wie er sich selbst nennt, beobachtet nun seit zwei Jahren aber weiterhin genau die Gemeindepolitik. Und er ist offensichtlich enttäuscht.

Linnemann erinnerte an die diskutierte Gestaltungssatzung für die Parkstraße, an Initiativen, den Ortskern aufzuwerten, Ideen für einen Marktplatz.

Bislang habe es dazu wenig Bewegung gegeben.

„Wollen wir alles zubauen, was heute noch grün ist?“ fragte Linnemann weiter. Sei es nicht besser, verdichtete Bebauung zum Beispiel rund um den Huder Bahnhof zu gestatten, vielleicht gleich viergeschossig. Zugleich forderte er, beim Bau von Mehrfamilienhäusern im Ort, die mindestens fünf Parteien beherbergten, eine Tiefgarage verpflichtend vorzuschreiben. Zurzeit schaue man bei größeren Wohneinheiten draußen nur noch auf eine Ansammlung von Autos.

Linnemann war nie ein Freund der kleinen Lösung für den Tunnel Vielstedter Straße. auch hierzu legte er am Donnerstagabend noch einmal den Finger in die Wunde. Das Geld für die kleine Lösung, die nichts bringe, sei sinnvoller angelegt im Radwegebau. Er vermisse eine Verkehrsplanung für den Ort.