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Kommunales Wohin soll die Reise gehen im Zentrum?

Hude - „Es ist ein entscheidendes Jahr. Wir müssen jetzt sichtbare Weichen für die weitere Entwicklung des Huder Zentrums stellen“, sagt Bürgermeister Holger Lebedinzew. Das könne nur in konstruktiver Zusammenarbeit mit der Kaufmannschaft und den Grundstückseigentümern in der Ortsmitte geschehen. Aus diesem Anlass wird es laut Lebedinzew Ende Januar eine nichtöffentliche Eigentümerversammlung geben.

Die Frage lautet: Wohin soll die Reise gehen?

Laut Lebedinzew könnte das zum Beispiel auf eine Art städtebauliches Entwicklungskonzept hinauslaufen. Auf jeden Fall ist die Erkenntnis da, „dass wir etwas tun müssen“. Die SPD hatte wiederholt auch eine strengere Gestaltungssatzung für die Parkstraße gefordert, um historische Gestaltungsmerkmale zu schützen.

Kaufkraft binden

Für den Bürgermeister ist derzeit jedenfalls ein guter Zeitpunkt, über die weitere Entwicklung konkret zu sprechen. Wenn auch die Umstände eher bedauerlich sind, die dazu geführt haben. Denn zurzeit gibt es eine hohe Fluktuation und Eigentümerwechsel im Zentrum.

„Wir sind sehr dicht an Oldenburg“, so Lebedinzew. Viele Huder arbeiteten in Oldenburg und kauften dort auch gleich ein. Das sorge für Verlust von Kaufkraft vor Ort.

Geschäfte würden geschlossen, die nicht 1 : 1 einen Nachfolger fänden. Oft folgten auf Händler Dienstleister, die die leerstehenden Immobilien wieder besetzten.

Lebedinzew muss sich auch schon mal den Vorwurf anhören, dass die Gemeinde zu wenig tut angesichts der Geschäftsaufgaben.

„Wir unterstützen, wo wir können“, so Lebedinzew. Die Gemeinde sei aber auch angewiesen auf Ideen und Impulse aus der Kaufmannschaft, wie es gelingen könne, mehr Menschen zu motivieren, vor Ort im Handel einzukaufen.

Ins Blaue, quer durch alle Branchen, um Interessenten zu werben, die sich in Hude mit Geschäften niederlassen, bringe nichts, meint der Bürgermeister.

Er hat die Idee, Fachleute mit ins Boot holen, Soziologen/Verhaltensforscher vielleicht, die sich besser auskennen mit dem Verhalten von Käufern und Verkäufern. Herauskommen müsste bei der Analyse eine Liste, welche Angebote idealerweise vor Ort hingehören, um dann gezielt um Ansiedlungswillige zu werben.

„Das ist einen Versuch wert“, sagt Lebedinzew.

Hierbei könnte vielleicht auch mehr Klarheit gewonnen werden, was bei der Neugestaltung des Areals, das von der Dr. Gustav-Thye-Straße zwischen Parkstraße und Bahn erschlossen wird, „kompatibel für den Ort ist“, also die bestehenden Geschäfte an der Parkstraße nicht schädigt.

Eine Kombination von Wohnen und Dienstleistung vielleicht, so der Bürgermeister.

Wohnen im Zentrum

Schon lange wird über die Fortführung der Dr. Gustav-Thye-Straße und eine Attraktivitätssteigerung für den Torfplatz diskutiert.

Ein wesentlicher Punkt ist und bleibt bei allen Anstrengungen, Hude für die Zukunft gut aufzustellen, die Attraktivität des Ortszentrums. Der Neubau für Rossmann und LzO, dem der Abriss von drei alten Geschäftshäusern an der Parkstraße voranging, war der letzte gravierende Einschnitt. Nicht unumstritten.

Mehr Wohnungen im Zentrum bringen mehr Kaufkraft, ist nämlich eine These. Beim Rossmann-Neubau wurde diese Chance vertan. Die Mehrheit des Rates beugte sich bekanntlich den Wünschen des Investors, bei diesem großen Objekt mitten in Hude eingeschossig – ohne Wohnungen darüber – zu bleiben.

Man könne bei künftigen Bauvorhaben im Zentrum vielleicht höhere Geschosse als jetzt erlauben, sagt der Bürgermeister. Diese Idee hatte der frühere CDU-Fraktionschef Horst Linnemann ja kürzlich in der Einwohnerfragestunde des Rates propagiert. Laut Lebedinzew könnte es zum Beispiel ein „Dichtemodell“ geben, das rund um den Bahnhof mit sehr verdichteter Bebauung seinen Ursprung hat und danach weiter abnimmt, um das Zentrum von innen nach außen weiter zu entwickeln.

Dabei gehe des darum, die Schönheit Hudes mit einer modernen Nutzungsstruktur in Einklang zu bringen, auch mit Blick auf den demografischen Wandel.

Was auch immer möglich ist, soll auf der Eigentümerversammlung Ende Januar von Fachplanern genauer erläutert werden.

Soll Hude beschaulich bleiben, wie in den 80er und 90er Jahren? Oder etwas dynamischer, zukunftsgerichteter? – Lebedinzew hofft auf „ein Bekenntnis des Rates noch in diesem Jahr“.

Klaus Derke
Klaus Derke Redaktion Hude
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