Hude - Die Pläne zur Erweiterung des Waldorfkindergartens Hude um eine Krippengruppe mit 15 Plätzen müssen eine Extrarunde drehen. Der Ausschuss für Jugend, Gesellschaft und Soziales hat mehrheitlich empfohlen, dass der Entwurf noch einmal von den Architekten und vom Trägerverein auf Einsparungsmöglichkeiten bei den Baukosten überprüft wird. Zugleich soll die Gemeinde prüfen, ob die Finanzierung der ungedeckten Kosten günstiger geht, wenn die Gemeinde als Bürge oder sogar Kreditnehmer anstelle des Trägervereins auftritt.

CDU-Ratsherr Andreas Otte sprach von „Schockstarre“ in seiner Fraktion, als die jetzt berechnete Kostenschätzung vorlag. Ursprünglich war 2017 bei Vorstellung erster Ideen von 350 000 Euro ausgegangen worden. Jetzt sind es 624 000 Euro für den Anbau und Modifizierungen im Bestandsgebäude. Vorgaben des Landesjugendamtes, des Veterinäramtes und des Brandschutzes sowie allgemein stark steigende Baupreise haben für die erhebliche Verteuerung gesorgt. „Für uns war es ein Lernprozess in den zwei Jahren“, sagte Janneke Hünger vom ehrenamtlichen Trägerverein zu den neuen Erkenntnissen in der Planungsphase. Die behördlichen Auflagen seien so nicht vorhersehbar gewesen, erklärte auch Fachbereichsleiterin Nicole Westermeyer. Sie warb dafür, das Vorhaben zu unterstützen, wenn die Gemeinde auf kurze Sicht die provisorischen Container abbauen wolle. Der Bedarf für die Krippengruppe sei vorhanden. Dass die jetzt berechnete Summe nicht zu hoch sei, machte Bürgermeister Holger Lebedinzew deutlich. Die Schätzung, die vor zwei Jahren vorgelegt worden sei, sei einfach zu niedrig gewesen.

Bei fast 300 000 Euro mehr habe er schon arge Bauchschmerzen, meinte hingegen Bernd Stolle (SPD).

Anna Blankemeyer vom Trägerverein erklärte, dass der Verein insgesamt 226 500 Euro Zuschüsse vom Land Niedersachsen und vom Landkreis Oldenburg erwarte. Die restliche Summer (422 500 Euro) wolle der Verein bei einer Laufzeit von 30 Jahren über ein Darlehen finanzieren. 1400 Euro für Zins und Tilgung müssten monatlich aufgebracht werden.

Die Gemeindeverwaltung hat vorgeschlagen, den monatlichen Betriebskostenzuschuss an die Kita um diesen Betrag zu erhöhen. Gebäude und Grundstück würden nach Ablauf der 30 Jahre an die Gemeinde übertragen, erklärte Blankemeyer.

Gelobt wurde die gute ehrenamtliche Arbeit des Waldorfkindergartens am Sonnenweg von Marlies Pape (FDP). „Wir können hin und her rechnen. Es geht um 15 weitere Krippenplätze“, meinte die FDP-Fraktionschefin.

„Wir werden nicht um diesen Preis herumkommen“, betonte Hilko Finke (Grüne). Er forderte dazu auf, das Projekt schon im November erneut in den Ausschuss und dann auf den Weg zu bringen. Es sollte nicht ins nächste Jahr geschoben werden.

Die Ausschussmehrheit sprach sich für eine Vertagung aus.

Klaus Derke
Klaus Derke Redaktion Hude