Hude - Die Gemeinde Hude ist für etwaige Herausforderungen in der Flüchtlingskrise gut gerüstet. 125 Asylbewerber sind derzeit in Hude untergebracht – nach der aktuellen Quote kommen bis Ende Januar kommenden Jahres noch einmal 90 dazu, erklärte Bürgermeister Holger Lebedinzew am Montagabend im Sozialausschuss. Bisher gelinge die dezentrale Unterbringung in der Gemeinde, weil bereits vor der großen Flüchtlingswelle Wohnraum angemietet worden sei. Auch für die weiteren 90 gebe es bereits Platz.
Außerdem gebe es im Rathaus nun eine Flüchtlingsbeauftragte. Künftig laufen alle Fäden bei Sozialamtsleiterin Gundula Brunken zusammen. Sie ist Ansprechpartnerin für alle Beteiligten.
Falls nötig, könne zudem ein Krisenstab einberufen werden, der sich um akute Probleme kümmern soll. Das Krisenteam besteht aus Brunken, dem allgemeinen Vertreter des Bürgermeisters, Olaf Hespe, Ramona Dahms von der Gemeinde und Lebedinzew. So könnten Notunterkünfte eingerichtet werden. Dazu stehe man in Kontakt mit Anbietern von schnellen und leichten Bauten.
Laut Lebedinzew seien die Verantwortlichen in der Flüchtlingsarbeit außerdem gut vernetzt. Das soll mit einer so genannten Flüchtlingsfibel noch verbessert werden. Darin stehen alle wichtigen Ansprechpartner im Rathaus, bei Sportvereinen, Rotem Kreuz, Feuerwehr, Polizei und allen anderen, die im Falle einer Flüchtlingskrise in der Gemeinde wichtig werden könnten. „Da stehen alle Kontaktdaten drin, so dass man die Zuständigen auch außerhalb der offiziellen Dienstzeit erreichen kann“, erklärt der Bürgermeister. Die Fibel soll auch helfen die Flüchtlingsarbeit besser zu koordinieren, damit bestimmte Angebote nicht doppelt angeboten oder das Fehlen von Angeboten schnell erkannt werde.
Ein wichtiger Baustein in Hude sei zudem die Arbeit des Netzwerks Asyl, dass sich bereits in mehrere Untergruppen organisiert habe. So gebe es Teams für Flüchtlinge verschiedener Nationalitäten, ein Willkommens-, ein Spenden- und ein Integrationsteam.
„Für das, was im Augenblick da ist, sind wir gut aufgestellt. Was kommt, wenn die Quote angehoben wird, wissen wir aber nicht – wir können schließlich nicht in die Glaskugel schauen“, sagte Lebedinzew im Gespräch mit der NWZ . „Wir wollen zeigen, dass wir an dem Thema arbeiten. Wenn es soweit ist, haben wir einen Notfallplan.“
