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Neubau In Hude Wird Teurer Neuer Zündstoff im Dauer-Zoff um Kita

Hude - Die Idee war diese: Man kauft einen fertigen Plan für eine Kindertagesstätte mit fünf Gruppen von der Stadt Delmenhorst für 27 500 Euro, um so Kosten und Zeit zu sparen, bei der Realisierung eines Kita-Neubaus an der Amselstraße in Hude. Das wurde zunächst als innovativ gefeiert. Doch am Ende bezog Bürgermeister Holger Lebedinzew dafür reichlich „Prügel“, wie er in der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Gesellschaft und Soziales am Montagabend feststellte. Es gab erneut heftige Diskussionen, bei denen die Wortwahl zum Teil nicht schön war.

Die Änderungen

Der Plan soll bekanntlich nach ausführlicher Beratung nicht eins zu eins umgesetzt werden. Es wurde nach langen Beratungen in den vergangenen Monaten beschlossen, eine sechste Gruppe unterzubringen, vom Holzrahmenbau auf eine Bauweise Stein auf Stein umzuschwenken. Der Bau soll geneigte Dächer haben. Weitere Modifizierungen beim Raumprogramm wurden vorgenommen. So findet sich am Ende nicht mehr viel wieder vom Kita-Plan aus Delmenhorst.

Und jetzt auch noch die konkrete Kostenberechnung, die das Büro Thalen Consult vorlegte. Die gab dem Dauer-Zoff um den Kita-Neubau nach den vielen Diskussionen über Bauausführung und Standort nun neuen Zündstoff. Rund vier Millionen Euro hatte die Verwaltung bislang veranschlagt. Am Ende sollen es jetzt 4,86 Millionen Euro sein, wie Ramona Kohl vom Planungsbüro erklärte. Sie hat alles eingerechnet, inklusive Mobiliar und Außenanlagen, nur nicht die Parkplätze. Trotzdem seien auch diese Zahlen nicht in Stein gemeißelt. Den wirklichen Preis werde man erst wissen, wenn die Ausschreibung erfolgt sei.

Ende 2018 sei noch von 3,8 Millionen Euro die Rede gewesen. Dann vier Millionen und jetzt 4,86 Millionen. Das sei erschreckend, meinte Karin Rohde von den Grünen. Sie forderte, die Pläne gerade auch hinsichtlich des Daches noch einmal zu überdenken. Ein begrüntes Flachdach statt des geneigten Daches sei laut Planungsbüro um die 100 000 Euro günstiger. Der Antrag der Grünen fand aber im späteren Verlauf keine Mehrheit.

Die Kritik

„Wir wollen und brauchen einen guten Kindergarten, in dem sich Kinder und Erzieher wohlfühlen“, machte Gabriele Klostermann (SPD) deutlich. Ihr persönlich bereiteten die Kostensteigerungen allerdings Bauchschmerzen. Von erheblichen Sorgen sprach auch ihr Fraktionskollege Bernd Stolle. Die SPD habe schon früh eine erste Kostenschätzung gefordert, hieß es. Die habe es aber nicht gegeben. Nun fehle der Vergleich, wurde bemängelt. Der Bürgermeister sagte, dass man die Delmenhorster Kostenschätzung übernommen habe. Am Ende seien durch Beschlüsse der Huder Politik etliche Veränderungen verursacht worden. Und auch die stetig steigenden Baukosten führte er ins Feld. Alle Zeichen stünden jetzt auf Grün, um den Bauantrag auf den Weg zu bringen. Wenn man jetzt allerdings sage, dass das zu teuer sei, könne man das Vorhaben jederzeit stoppen.

„Aber was habe ich dann?“, fragte Lebedinzew. 430 000 Euro an bisherigen Planungskosten wären dann schon mal in den Sand gesetzt. Das will wohl am Ende keiner. Das sahen selbst die Grünen ein. „Wir sind an einem Punkt, wo wir nicht ernsthaft alles über den Haufen werfen können“, so Grünen-Fraktionschefin Karin Rohde. Friedrich Schnabel (CDU) verwies auf den Handlungsdruck, um die Container-Provisorien zu beenden. Er sprach von einer „ehrlichen“ Kostenberechnung des Planungsbüros. Da werde nichts verschwiegen.

Man baue kein Luxus-Objekt, betonte der Bürgermeister. Man könne das jetzt angeschobene Vorhaben nicht „auf Null drehen“, sagte Marlies Pape (FDP). Antworten möchte Jürgen Onken (SPD), zu den seiner Ansicht nach innerhalb von nur zwei Monaten „um eine Million“ gestiegenen Kosten. Die ursprünglich einmal genannten 3,8 Millionen Euro seien für die Verwaltung nur ein „Platzhalter“ gewesen, antwortete der Bürgermeister. Jetzt von einer Million mehr zu sprechen, sei unfair. Man hätte auch von Anfang an vonseiten der Verwaltung mehr ansetzen können, um sich nachher dafür zu feiern, dass es günstiger geworden sei. Das aber sei unseriös. Jetzt liege eine vernünftige Kostenrechnung vor

Die Abstimmung

Diese Berechnung hat immer noch eine mögliche Toleranz von bis zu 20 Prozent nach oben – und nach unten.

Bei acht Ja-Simmen, drei Nein-Stimmen und drei Enthaltungen wurde empfohlen, den Neubau auf Grundlage des vorliegenden Entwurfs und der aktuellen Kostenberechnung umzusetzen. Verwaltungsausschuss und Rat müssen noch darüber entscheiden.

Klaus Derke
Klaus Derke Redaktion Hude
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