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Online Das Internet ist ein weitgehend ungenutztes Terrain

Stephan Onnen

HUDE - Das Internet, bevölkert mit der so begehrten Spezies der Erstwähler und jungen Erwachsenen, ist für die Huder Parteien ein weitgehend ungenutztes Territorium. Rund 13 Monate vor der nächsten Kommunalwahl wirkt so manche parteipolitische Webseite arg vernachlässigt. Und aktuelle politische Botschaften fürs Lokale geben die Online-Auftritte kaum her.

SPD gratuliert Wulff

Vergleichsweise frisch wirkt da noch die Internet-Präsenz der Sozialdemokraten, die mit Luciano Leßmann und Eckhard Schmidt sogar eine Internetredaktion vorweisen können. Das letzte Update liegt – der Sommerpause geschuldet – eineinhalb Monate zurück. Immerhin nutzt Ortsvereinsvorsitzende Anke Paradies das Medium, um Christian Wulff zur Wahl zum Bundespräsidenten zu gratulieren. Ansonsten gibt’s Bilder und Kontaktdaten der Mitglieder der Ratsfraktion und des Vorstands – Inhaltliches über die politische Arbeit vor Ort sucht man vergebens.

FDP-Seite jungfräulich

Davon ist auch bei der Huder FDP nichts im Netz zu finden. Das erst zum 1. Juli dieses Jahres neu eingerichtete lokale Portal der Liberalen wirkt noch jungfräulich. Außer den Namen der Fraktions- und Vorstandsmitglieder erfährt der Internet-Nutzer nichts.

Fehlanzeige bei der CDU

Die zweite große Volkspartei, die CDU, verfügt derzeit über gar keine lokale Webpräsenz. Über die Internetseite des Kreisverbandes wird mitgeteilt, dass eine Homepage für den Gemeindeverband Hude in Vorbereitung ist. „Lieber keine als eine unaktuelle Seite“ laute die Devise bei den Christdemokraten, sagt Ratsherr Friedrich Schnabel. „Das Internet gewinnt zunehmend an Bedeutung. Dieser Entwicklung wird man sich nicht verschließen können“, stellt Schnabel eine neue lokale CDU-Homepage in Aussicht.

Ebenfalls nur über die Kreisverbands-Internetseiten gelangt man bei den Grünen zu den Namen der Huder Fraktions- und Ortsverbandsvertreter – lokale Termine und Themen? Fehlanzeige.

Da ist die Linke deutlich weiter: Die Seite des im vergangenen Jahr gegründeten Huder Ortsverbandes befindet sich auch unter dem Dach des Kreisverbandes der Linken, ist aber mit vielen Berichten zu lokalen Themen (etwa zur IGS-Diskussion) gefüllt.

LBfH und Kreusel: Verstaubt

Ihren Netzbetrieb mit der Kommunalwahl in 2006 dagegen eingestellt hat die Liberale Bürgervertretung für Hude (LBfH). Hier wird immer noch über Kandidaten und Schwerpunktthemen von vor vier Jahren berichtet. Als „Digitalleiche“ präsentiert sich auch die Homepage der Kreusel-Fraktion, nachdem in 2006 nur einer der beiden Brüder, Jörg, den Wiedereinzug in den Rat schaffte. Die letzte Bewegung auf der Seite datiert aus Oktober 2007.

Um Botschaften zu vermitteln, setzen die Parteien lieber auf Plakate und „auf Aktivitäten vor Ort“, wie Christdemokrat Schnabel betont. Das hat seinen Grund, schließlich werden über das Internet nicht alle Bevölkerungsschichten gleichermaßen erreicht. „Vor allem junge, höher gebildete und internetaffine Menschen sind für Online-Wahlkämpfe zugänglich“, sagt Kommunikationsforscher Jan-Hinrik Schmidt vom Hamburger Hans-Bredow-Institut für Medienforschung.

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