HUDE - Seit Mitte der Woche laufen die Abrissarbeiten am Stöverskamp auf Hochtouren – schon in drei Wochen soll von der ehemaligen Eisen- und Stahlwarenhandlung Oltmann Ahlers nichts mehr zu sehen sein. Dann beginnt auf dem Gelände der Neubau des Netto-Marktes. Bevor es losgeht, bittet die SPD-Fraktion Bürgermeister Axel Jahnz darum, die Planung des Discounters in Abstimmung mit dem Investor „kurzfristig“ in einer öffentlichen Ausschuss-Sitzung vorzustellen.

Bereits im März hatte die SPD beantragt, die beiden Neubau-Planungen (Netto und Irma/Aktiv) vorzustellen und zu beraten. Für Irma/Aktiv sei das erfolgreich gelungen, für den Netto-Neubau aus SPD-Sicht nicht, „denn hier scheut man offensichtlich die Öffentlichkeit“, vermutet Fraktionschef Heiko Aschenbeck. Die Sozialdemokraten bedauern, dass von der Gemeindeverwaltung „voreilig“ das baurechtliche Einvernehmen für den mit einer Verkaufsfläche von 799 Quadratmetern vorgesehenen Markt ohne vorherige Beratung im Fachausschuss erteilt worden sei. Die SPD-Fraktion hofft nun, dass von den Investoren auf freiwilliger Basis die Planung der Öffentlichkeit und den Ratsgremien vorgestellt wird, um auch hier zu einem Konsens zu kommen. „Das Gelände befindet sich in einem städtebaulich sensiblen Bereich des Ortskerns, insofern ist es für den Ort außerordentlich wichtig, dass hier eine architektonisch attraktive Situation entsteht“, betont Aschenbeck.

Seinen Angaben zufolge hat die Verwaltung darauf hingewiesen, dass es sich bei dem Gelände am Stövers- kamp um ein so genanntes „34-er Gebiet“ handelt, für das es keinen Bebauungsplan gibt und deshalb keine Einflussnahme auf die Bebauung zulässig ist. Die SPD-Fraktion ist da anderer Auffassung: Laut Paragraf 34 des Baugesetzbuches, nach dem das Projekt beurteilt und genehmigt werden muss, wird verlangt, dass sich das Vorhaben in die Umgebung einfügen muss. „Diese Formel bewirkt sehr wohl Einflussmöglichkeiten“, meint Aschenbeck.