Hude - Als einen ganz wichtigen Baustein für die künftige Entwicklung des Huder Ortszentrums sieht Bürgermeister Holger Lebedinzew das „Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept“, das nun nach Ansicht der Verwaltung endlich kommen soll. Für die einen schon fast zu spät – angesichts der bislang schon gravierenden baulichen Veränderungen im Ortskern.
An diesem Mittwoch, 11. April, wird sich der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt mit der Empfehlung auseinandersetzen, ein solches Konzept unter Begleitung eines Planungsbüros zu erarbeiten. Die öffentliche Sitzung beginnt um 16 Uhr im Feuerwehrhaus.
Alle Betroffenen sollen mit ins Boot geholt werden: Eigentümer der Grundstücke, Geschäftsleute, Anwohner, Politik und Verwaltung. Es sei sinnvoll, die Entwicklung des zentralörtlichen Bereichs gemeinsam zu erarbeiten. Der Bürgermeister weiß, dass es sehr unterschiedliche Auffassungen gibt, was im Zentrum passieren soll und darf.
Das haben auch Stellungnahmen im Nachgang zu einer Eigentümerversammlung Ende Januar ergeben. Ob sich der Aufwand für das städtebauliche Konzept lohne, war eine Frage. Eine Gestaltungssatzung, als ein Teil des Konzepts, werde von den einen abgelehnt und von den anderen für gut befunden.
Gedacht ist vonseiten der Verwaltung, das Areal zwischen der Einmündung Vielstedter Straße bis zum Stöverskamp unter die Lupe zu nehmen.
Eines hat sich aus Eigentümerversammlung und Stellungnahmen deutlich herauskristallisiert: Die Verlängerung der Dr.-Gustav-Thye-Straße, als innerörtlicher „Bypass“ für die Parkstraße seit Jahren diskutiert, steht auf der Wunschliste. Allerdings gibt es zur Ausführung unterschiedliche Vorstellungen. Eine Flanierstraße, Umgehungsstraße, Einbahnstraße...
Die Dr.-Gustav-Thye-Straße ist in jüngster Zeit in den Hintergrund geraten. Ein kleines Stück zur Erschließung der neuen Rossmann- und LzO-Parkplätze wurde angebaut. Doch der Durchstich bis zum Torfplatz fehlt.
„Wir sollten jetzt warten, bis das Konzept vorliegt und wir wissen, was wir in dem Bereich zulassen wollen“, so der Bürgermeister. Denn er hofft auch auf Aussagen zur Nutzung in Sachen Handel, Wohnen, Gewerbe, Gastronomie für jeweilige Teilbereiche.
Lebedinzew sieht eine Menge kreatives Potenzial. Er denkt zum Beispiel an ein bis zwei Workshops unter Beteiligung aller Akteure, um die weitere Entwicklung abzustecken. Er hofft letztendlich auf ein Konzept, das Verlässlichkeit und Verbindlichkeit für die Eigentümer bringt. Man wolle Leitplanken einschlagen, die aber auch Spielraum lassen, zugleich aber nicht mehr alles ermöglichen, was das Baurecht zurzeit hergebe. „Idealerweise finden wir einen größtmöglichen Konsens“, so Lebedinzew.
Ob das Konzept später auch in einen Antrag auf Städtebauförderung mündet, möchte die Verwaltung zum jetzigen Zeitpunkt noch offen lassen, zumal die Förderchancen unter anderem von den Ergebnissen abhängig seien. Weitere Themen der Sitzung sind die Verbunddorferneuerung Hasbruch und die Dorferneuerung Altmoorhausen, Hemmelsberg, Hurrel und Lintel. Es sieht schlecht aus, was weitere Fördermittel für öffentliche Maßnahmen angeht. Die Verwaltung schlägt vor, zumindest die als Eigenmittel eingesetzten Gelder der Gemeinde für ein abgespecktes Investitionsprogramm zu nutzen.
Ein Vertreter des Landkreises wird außerdem örtliche Ergebnisse des Überwachungsprogramms zur Grundwassergüte vorstellen.
