HUDE - In der Sonne schimmert er blau oder violett, in der Garage glänzt er im tiefen schwarz. Und je nach Blickwinkel kommen die blauen so genannten Ghost-Flames auf Motorhaube und Türen mehr oder weniger intensiv zur Geltung. Der Buick Skylarke Comfortable ist ein wahrer Blickfang. Sage und schreibe zwölf Schichten Lack haben das möglich werden lassen. Besondere Effekte verlangen eben einen besonderen Feinschliff.

Hinterm Steuer des 1970 gebauten amerikanischen Wagens sitzen die Huder Meike oder Siegfried Demus. „Meist aber mein Mann, am liebsten fährt er nämlich selber“, sagt Heike Demus und drückt deshalb schon mal ein Auge zu. Denn auch auf dem Beifahrersitz sei das Gefühl einmalig. „Der Klang ist einfach schön“, sagt die 48-Jährige. „Der Spaßfaktor ist riesig, vor allem dann, wenn man ohne Verdeck fahren kann“, schwärmt ihr Mann.

Seit Mai 2005 ist das Ehepaar Demus im Besitz des Oldtimers. „Knut Zaepernick, ein Bekannter, hat das Auto für uns im Internet ersteigert“, erzählt Siegfried Demus. „Ein Glückskauf“, wie er es heute nennt. Für gerade einmal 9000 Euro erhielt er ein Auto, das „tipptopp in Ordnung war“. Und gleichzeitig erfüllte sich für den 49-Jährigen ein großer Traum: „Vor etwa 15 Jahren bin ich auf den Geschmack gekommen. Seitdem schwärme ich für alte amerikanische Wagen.“ Eine Leidenschaft, die er mit seiner Frau teilt. Wie auch das Hobby einige Jahre zuvor: Bevor die gemeinsamen Kinder Daniela (21) und Janina (17) geboren wurden, war das Paar mit einer Harley-Davidson unterwegs.

Nun sind es vier Räder, auf denen Meike und Siegfried Demus „gemütlich durch die Gegend cruisen“. Denn trotz der 230 Pferdestärken lassen sie es eher ruhig angehen. Etwa dann, wenn es zu Oldtimer-Treffen nach Bremen oder Holland geht. „Das letzte mal haben wir sogar zwei Preise gewonnen“, sagt Siegfried Demus stolz. Einen für die Aufmachung des Wagens und einen – wen wundert’s – für die Lackierung.

So schick wie der Buick heute ist, war er nicht immer. Die Demus haben bereits in einen neuen Auspuff und neue Felgen investiert, auch das Dach wurde ausgewechselt. „Alles Original-Ersatzteile, nur eine Stoßstange haben wir noch nicht gefunden“, sagt Siegfried Demus. Ein leichtes Unterfangen scheint das auch nicht zu sein. „Wenn meine Recherchen stimmen, wurde dieses Modell nur 4954 Mal verkauft“, erzählt der 49-Jährige.

Eine dieser Raritäten steht nun in der Garage von Familie Demus. Zumindest dann, wenn es regnet. Scheint nämlich die Sonne, wird das Verdeck herunter gelassen, auf den weißen Sitzen Platz genommen, der Zündschlüssel gedreht und losgefahren. Das Ziel muss nicht immer Bremen oder Holland sein. Auch zum Supermarkt oder zur Eisdiele fahren die beiden schon mal mit ihrem Buick. „Es wäre doch viel zu schade, wenn der Wagen nur drei Mal im Jahr aus der Garage käme.“