HUDE - Im Juli vergangenen Jahres verließ der letzte Zivildienstleistende („Zivi“) das Huder DRK. Seither wird versucht, das fehlende Personal durch Freiwillige zu ersetzen. In Hude klappt dies laut dem stellvertretenden DRK-Kreisgeschäftsführer Oliver Brinkhus bislang zwar – jedoch ist die langfristige Organisation durch das neue Modell schwieriger geworden.
„Die Planbarkeit war früher schon besser“, meint Brinkhus. Zwar dauert der Bundesfreiwilligendienst in der Regel mindestens zwölf Monate, allerdings könnten die Freiwilligen jetzt, wenn sie etwa eine Ausbildung oder ein Studium beginnen wollen, auch kurzfristig abspringen. Um die sozialen Dienste aufrechtzuerhalten, müssten dann kostspieligere Aushilfskräfte engagiert werden – neben der fehlenden Planungssicherheit gebe es also auch einen Kostennachteil.
„Natürlich wollen wir den jungen Leuten keine Steine in den Weg legen – die Situation ist aber für viele Einrichtungen schwierig geworden“, erklärt Brinkhus.
Schade findet es der DRK-Mitarbeiter, dass sich nicht mehr ältere Menschen auf die Stellen bewerben. „Da kommt zu wenig.“ Menschen über 25 Jahren dürften im Freiwilligendienst auch in Teilzeit arbeiten. Und auch die Aufgabenfelder beim Huder DRK – Fahr- und Mahlzeitendienst, Betreuung und Altenpflegehilfe – seien für die meisten Menschen körperlich zu schaffen.
Vier Bundesfreiwilligendienst-Leistende beschäftigt das DRK derzeit im Fahrdienst, einen weiteren im Seniorenzentrum. Dazu kommt eine Frau, die ein freiwilliges soziales Jahr absolviert.
Viele der Freiwilligen nutzen den Dienst, um die Wartezeit auf eine Ausbildung oder ein Studium sinnvoll zu überbrücken. Timo Stolle (18) aus Ganderkesee etwa hofft, im August als Zollbeamter anfangen zu können. Maurice Lossie (20) aus Heide und Steffen Neugebauer (19) aus Sandkrug haben den Dienst zur Orientierung genutzt und wollen im sozialen Bereich bleiben.
Lossie möchte in den Bereich Gesundheits- und Krankenpflege, Neugebauer möchte beim DRK eine Ausbildung im Rettungsdienst machen. „Die Zeit beim DRK war sehr sinnvoll zur Orientierung“, sagt er.
Für Oliver Brinkhus und Lars Pophanken bleibt die Situation schwierig. Der DRK-Fahrdienstleiter glaubt, es sei organisatorisch sinnvoller, die beiden Freiwilligendienste künftig zu vereinen: „Langfristig wird das sicher passieren.“
