HUDE - Eigentlich hätte im Haus Marienhude am kommenden Sonntag ein Doppel-Jubiläum gefeiert werden sollen: 50 Jahre Zivildienst in Deutschland, 25 Jahre Ausbildung von Zivis in der alten Bornemann-Villa an der Hohen Straße. Doch daraus wird nichts: „Als Bildungsstätte für den Zivildienst schließen wir zum 1. Juli“, sagt Leiter Frank Eden. Und eine „Trauerfeier“am Sonntag wolle man auch nicht.

Die konkrete Zukunft der gemeinsamen Einrichtung der Diakonischen Werke in Niedersachsen und Bremen ist noch ungewiss. Träger des Hauses ist die Diakonie Oldenburg – und in deren Besitz soll es erst einmal bleiben, sagt der Diakonie-Referent für Zivil- und Freiwilligendienste, Theo Lampe. „Wir gehen davon aus, dass es als Beleghaus für verschiedene Seminare weitergeführt wird.“ In dem Fall könnten andere Anbieter die Räumlichkeiten für eigene Kurse und Workshops mieten.

„Bis zum 1. Juli sind wir noch voll belegt“, erklärt Eden. Junge Leute, die ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren, und die letzten Zivildienstleistenden werden hier noch geschult. Dann wird die Wehrpflicht und mit ihr der Zivildienst bundesweit ausgesetzt. Konsequenz für Einrichtungen wie das Haus Marienhude: Schulungsteilnehmer brechen weg.

In Hude sind von dieser Entwicklung auch die Mitarbeiter betroffen. „Wir sind seit Monaten dabei, Stellen zu reduzieren beziehungsweise haben schon abgebaut“, sagt Eden. Dem Hausmeister und fünf Mitarbeitern der Küche sei gekündigt worden. Vier weitere Mitarbeiter, darunter Frank Eden, kommen woanders unter.

Eden arbeitet seit zwölf Jahren fest im Haus Marienhude, davor war er etwa zehn Jahre in verschiedenen Häusern als freier Mitarbeiter tätig. „Das ist auch für mich eine Ära, da wird man schon wehmütig“, bedauert er. „In der Zeit kamen rund 5000 Zivis zusammen – das ist schon eine Kleinstadt.“

Er sei über diese Entwicklung insofern frustriert, als dass es „Hals über Kopf ging“. „Der Zivildienst stand immer wieder zur Debatte“, sagt er. „Aber dass das jetzt so kurzfristig umgesetzt wird, damit hätte ich nicht gerechnet. Ich habe gedacht, dass es eventuell einen Vorlauf von zwei Jahren gibt.“