HUDE - Die Idee klang gut: Statt der seit vielen Jahren diskutierten Verbreiterung der bisherigen Bahnunterführung an der Vielstedter Straße (K 226) sollte gleich daneben ein neuer Tunnel gebaut werden und die Ampelkreuzung an der Einmündung Hohe Straße/Burgstraße durch einen Kreisverkehr ersetzt werden. Die großen Hoffnungen, die SPD und FDP in diese von ihnen im Juni vorigen Jahres angeschobene Alternativplanung gesetzt hatten, haben jetzt indes einen Dämpfer erhalten. Das Ergebnis der vom Landkreis Oldenburg und der Gemeinde Hude gemeinsam finanzierten Machbarkeitsstudie prognostiziert für die Umsetzung einen Finanzbedarf von 5,8 Millionen Euro – das ist eine Million mehr als für die große Tunnelausbauvariante mit einer Durchfahrtshöhe von 4,50 Metern kalkuliert worden war.
Hinzu kommen ein erhöhter Flächenaufwand und eine auf 22 Monate verlängerte Bauphase (bei allerdings kürzeren Sperrzeiten). Immerhin: Grundsätzlich, so die Experten des Braunschweiger Ingenieurbüros Prof. Duddeck und Partner, wäre das Bauvorhaben technisch möglich.
Gremien tagen gemeinsam
Ob es unter diesen Bedingungen auch sinnvoll ist, das muss jetzt politisch entschieden werden, fordert Bürgermeister Axel Jahnz: „Die Fraktionen müssen nun Farbe bekennen.“ Dazu haben sie jetzt rund drei Monate Zeit: Die Kreisverwaltung wird die Studie jetzt den Kreistagsfraktionen und der Gemeinde Hude zuleiten. Mit Bürgermeister Jahnz ist vereinbart, dass nach den Sommerferien in Hude eine gemeinsame Sitzung des Kreis-Bauausschusses und des Huder Ausschusses für Gemeindeentwicklung stattfindet. Erster Kreisrat Rolf Eilers hofft, „dann nach 30 Jahren endlich den Knoten durchschlagen“ zu können.
Trotz des von den Gutachtern prognostizierten Kostenanstiegs will die FDP das Projekt noch nicht sofort zu Grabe tragen: Fraktionsvize Oliver Gall möchte die Machbarkeitsstudie zunächst mit Sachverständigen auswerten und nachvollziehen, wie die Kosten zustande kommen: „Wir wollen sicher sein, dass es sich nicht um eine Verhinderungsplanung handelt.“ Seiner Ansicht nach müssten die Kosten für den Kreisel, der schon an sich einen positiven Gesichtspunkt in der Verkehrsführung darstelle, herausgerechnet werden. Verärgert ist er darüber, dass die Deutsche Bahn noch immer nicht in die Planung einbezogen worden ist.
FDP: Kreisel oder gar nichts
Sollten sich „stichhaltige Gründe“ gegen die neue Variante ergeben, werde die FDP nicht darauf beharren. „Unsere Position lautet: Entweder gibt es einen Kreisel oder gar nichts“, so Gall. Eine DauerBaustelle im vorhandenen Tunnel sei mit der FDP nicht zu machen, erteilt Gall der alten Planung eine Absage.
