HUDE - Die Huder SPD ist als erste Partei aus den Startblöcken gekommen: Am Montagabend haben die Sozialdemokraten sieben Kreistagskandidaten für die Kommunalwahl am 11. September nominiert. Auf Platz eins der Huder Liste steht mit Heiko Aschenbeck (60) einer ihrer erfahrensten Politiker. Der langjährige Vorsitzende der Ratsfraktion ist seit fast 40 Jahren SPD-Mitglied, dem Kreistag gehört er seit 1991 an.

Auf Platz Nummer zwei folgt Ortsvereinsvorsitzende Anke Paradies (47). Sie setzte sich in einer Kampfabstimmung mit 10:6-Stimmen gegen Ulrike Janz-Janzen durch. Paradies verfügt nach 25 Jahren im Gemeinderat und zehn Jahren im Kreistag ebenfalls über einen großen Erfahrungsschatz. Ulrike Janz-Janzen (57), die nun Platz drei auf der Liste belegt, sitzt für die Sozialdemokraten seit zwei Jahrzehnten im Gemeinderat und ist dort stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Sie hofft in diesem Jahr auf ein drittes Kreistagsmandat für die Huder SPD.

Auch um Platz vier gab es eine Kampfabstimmung: Hier setzte sich der eigentlich vom Ortsvereinsvorstand als Nummer sechs vorgesehene Nico Rettcher (37) mit 8:6-Stimmen gegen Ingrid Opitz (70) durch. Der Lehrer, als Rektor der Peter-Ustinov-Schule in der Diskussion um die Einführung der Oberschule direkt von der Abhängigkeit vom Landkreis betroffen, hat ein klares Ziel: „Ich will im Bereich Schule und Bildung Huder Interessen vertreten.“ Gerade jetzt sei es ihm sauer aufgestoßen, wie „machtlos“ die Gemeinde gegenüber dem Kreistag sei.

Diplom-Sozialwissenschaftlerin Ingrid Opitz nahm mit Platz fünf vorlieb, den sie mit 9:6-Stimmen gegen Wolfram Hartrampf (61) verteidigte. Der wegen Krankheit an diesem Abend verhinderte Lehrer und langjährige SPD-Ratsherr wurde von den Mitgliedern in eine zweite Kampfabstimmung geschickt: Um Platz sechs unterlag er knapp Ralf Schepker (48), so dass Hartrampf auf Rang sieben rangiert. Schepkers Steckenpferd als ehemaliger Gemeindeeltern- und Kreis­elternratsvorsitzender ist ebenfalls die Bildungspolitik – seine Position steht allerdings diametral zur Haltung Nico Rettchers: „Ich will keine Oberschule und schon gar nicht mit gymnasialem Zweig.“

Bei der Kreistagswahl bildet die Gemeinde Hude einen Wahlkreis mit Hatten – die Kandidatenvorschläge beider SPD-Ortsvereine werden daher im Reißverschlussverfahren zu einer Gesamtliste zusammengefügt. Nachdem die Huder zuletzt 2006 den Spitzenplatz belegen durften, müssen sie nun den Hatter Genossen den Vortritt lassen.

Auf Gemeinderatsebene strebt die Huder SPD am 11. September mindestens wieder elf Sitze an, sagte Vorsitzende Anke Paradies. Sie erwartet nach den Sommerferien einen „kurzen und heißen Wahlkampf“. Die Kandidatenliste soll in einer Mitgliederversammlung am 18. Mai eröffnet und auf einer weiteren Versammlung am 6. Juni geschlossen werden.

Die Huder SPD hat zurzeit 75 Mitglieder – 49 Männer und 26 Frauen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist die Mitgliederzahl unverändert geblieben.