Quito/Kumamoto - Gewaltige Erdbeben haben am Wochenende Ecuador und das auf der anderen Seite des Pazifiks liegende Japan erschüttert. Mindestens 238 Menschen seien ums Leben gekommen, teilte Ecuadors Vizepräsident Jorge Glas am Sonntag mit. In Japan starben bei einer Bebenserie in den vergangenen Tagen auf der südlichen Hauptinsel Kyushu mehr als 40 Menschen. In beiden Ländern wurde am Sonntag noch nach möglichen Überlebenden und weiteren Opfern unter Trümmern und Erdrutschen gesucht.
Papst Franziskus sprach den Betroffenen vor Tausenden Pilgern in Rom sein Mitgefühl aus. „Beten wir für die Bevölkerung“, sagte das katholische Kirchenoberhaupt. Die Hilfsorganisation Humedica kündigte an, am Montag ein fünfköpfiges Einsatzteam nach Ecuador zu schicken. Der internationale Caritas-Verband stellte für die Soforthilfe in dem lateinamerikanischen Land 100 000 Euro zur Verfügung.
Ecuador war am Sonnabendabend (Ortszeit) von einem Beben der Stärke 7,8 erschüttert worden, dem kleinere Nachbeben folgten. Ecuadors Vizepräsident Jorge Glas zufolge war es das stärkste Beben in dem Land seit 1979.
Die Regierung rief für mehrere Regionen den Ausnahmezustand aus. In ersten Berichten war von mehr als 100 komplett zerstörten Häusern landesweit die Rede. Rund 10 000 Soldaten und 3500 Polizisten wurden in die Erdbebengebiete gesandt. Rund 100 Häftlinge brachen laut Justizministerin Ledy Zuñiga nach dem Beben aus einem Gefängnis in der Provinz Manabí aus, etwa 30 wurden wieder gefasst.
