Brake - Die Ursachen von Kinderarmut und wie man diese verhindern kann, sind ein ernstes Thema. Das weiß Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, nur zu genau. Schließlich gilt er als Vater des „Dormagener Modells“, das einen ganzheitlichen Ansatz bei der Bekämpfung von Kinderarmut verfolgt. Dieses Modell hat Hilgers bei seinem ersten Besuch in der Wesermarsch am Donnerstagabend vorgestellt.
Wesentlich angenehmer war für Hilgers daher am Nachmittag der Besuch im Kinderhaus Blauer Elefant des Braker Kinderschutzbundes. Bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen beantwortete der 64-Jährige die vielen Fragen der Kinder, die sich auf den Besuch des Präsidenten offensichtlich gut vorbereitet hatten. Dabei gab es auch ein Lob für den Gast: er sehe deutlich jünger aus, sagte ein Junge, als Hilgers die Frage nach seinem Alter wahrheitsgemäß beantwortet hatte. „Das hat mir noch nie einer gesagt“, reagierte Hilgers belustigt.
Was er als Präsident entscheiden könne und wie viel er in diesem Amt verdienen würde, waren weitere Fragen. Geld gibt es für diese Tätigkeit nicht, erklärte Hilgers, es handele sich um ein Ehrenamt. Hauptamtlich, und damit bezahlt tätig, sei hingegen die Bundesgeschäftsführerin Paula Honkanen-Schoberth.
Entscheiden könne er allein nichts, erzählte Hilgers weiter. Dafür sei der Vorstand zuständig, der mehrheitlich entscheide. „Jeder hat seine Meinung, da wird auch schon mal strittig diskutiert“, sagte Hilgers.
Seine Aufgabe als Präsident sei es, sich bei der Bundesregierung für Kinder einzusetzen. Er werde etwa bei Gesetzesvorhaben angehört. „Leider hören sie nicht immer auf mich, aber sie hören mich wenigstens an“, verwies er darauf, dort nicht nur erfolgreich zu sein. Für die Rechte von Kindern trete er außerdem in vielen Vorträgen und Interviews ein. „Ich war schon in jeder Talkshow zu Gast.“
Warum er vor 20 Jahren Präsident geworden ist, wollten die Kinder außerdem wissen. In jedem Menschen stecke etwas Gutes. Dieser Kern entwickle sich, wenn man Menschen mit Wertschätzung begegne. Dies sei das Motto des Kinderschutzbundes – „und weil ich so denke und mich das überzeugt, habe ich das Amt übernommen“, erklärte Hilgers.
Auf die Frage, warum der Braker Kinderschutzbund kein Geld für die Gartengestaltung bekomme, sagte der Präsident spontan finanzielle Unterstützung durch den Fonds „Kinder in Not“ zu. Die Herzen der Braker Kinder dürfte Heinz Hilgers damit erobert haben.
