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NWZonline.de Nachrichten Politik

Coronavirus: Überfüllte Lager und überlastete Krankenhäuser

19.03.2020

Idlib /Istanbul /Nairobi Schon zu normalen Zeiten ist die Not unter Flüchtlingen und Vertriebenen groß. Wie etwa im Nordwesten Syriens: Dort sind seit Anfang Dezember fast eine Million Menschen vor den Truppen der Regierung geflohen, vor allem Frauen und Kinder. Lebensmittel, Unterkünfte, Heizmaterial, Medikamente – es fehlt an allem. Und jetzt droht auch noch das Coronavirus. Sollte es sich ausbreiten, droht Unheil unbekannten Maßes. „Dann muss man, so brutal sich das anhört, fast schon mit einem Massensterben rechnen“, warnt Dirk Hegmanns, Regionaldirektor der Welthungerhilfe. Eine Übersicht:

SYRIEN

Noch ist in dem Bürgerkriegsland kein Corona-Fall bekannt. Doch es scheint nur eine Frage der Zeit, bis die ersten infiziert sind – auch in den Gebieten unter Kontrolle von Rebellen wie um die Stadt Idlib. Viele Vertriebene leben in völlig überfüllten Lagern, „dicht gedrängt unter unmenschlichen Bedingungen“, beklagt die Hilfsorganisation Save the Children. Es ist praktisch unmöglich, Kontakt zu meiden. Die Hilfsorganisation Weißhelme verteilt Broschüren über Vorbeugemaßnahmen. Viel mehr bleibt ihr nicht übrig. Schon jetzt ist das Gesundheitssystem in der Region völlig überlastet.

TÜRKEI

In Pazarkule, an der Grenze zu Griechenland, haben Migranten Campingzelte im Wald aufgebaut. Wie viele Menschen sich noch dort aufhalten, ist unklar. Aus Kreisen des griechischen Militärs hieß es: deutlich weniger als noch vor einer Woche, geschätzt zwischen 3000 und 4000. Der türkische Rote Halbmond informiert über Schutzmaßnahmen. Es gebe Toiletten zum Hände waschen und Ärzte vor Ort, berichtet die Hilfsorganisation. Aus Sicht der Vorsitzenden des Istanbuler Büros des Menschenrechtsverein IHD, Gülseren Yoleri, reicht das aber nicht aus.

Griechenland

Aus Angst vor einem Ausbruch der Corona-Pandemie in den völlig überfüllten Registrierlagern für Migranten hat Griechenland eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen erlassen. In allen Lagern auf den griechischen Inseln und dem Festland sind derzeit Besuche verboten. Doch humanitäre Organisationen warnen vor einem Ausbruch der neuartigen Lungenkrankheit in den heillos überfüllten Camps. „Es ist nur eine Frage der Zeit“, sagt Dimitris Patestos, Chef der Niederlassung der Organisation Ärzte der Welt auf Lesbos. Auf der Insel harren im und um das Lager von Moria mehr als 19 000 Menschen aus. Eigentlich liegt die Aufnahmekapazität bei 3000.

LIBYEN

Das nordafrikanische Bürgerkriegsland ist das wichtigste Transitgebiet für afrikanische Flüchtlinge, die nach Europa wollen. Viele von ihnen sind hier gestrandet. Oft hausen sie unter elendigen Bedingungen in Lagern. Der Präsidentschaftsrat in Tripolis rief den Notstand aus. Offiziell gibt es noch keinen Fall von Covid-19. Allerdings werden auch kaum Tests gemacht.

Kenia

Das ostafrikanische Land hat nach UN-Angaben etwa 485 000 Flüchtlinge aufgenommen – mehr als fast jedes andere Land Afrikas. „Natürlich haben wir Bedenken, die wir an jedem stark bevölkerten Ort mit möglichen Hygiene-Problemen hätten“, sagt Dana Hughes, die Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerk. In den Camps würden zunehmend Seifen verteilt und Helfer im Bereich Gesundheit stärker unterstützt. In einigen ostafrikanischen Ländern wie Uganda könne man auf Erfahrungen aus der Prävention gegen Ebola zurückgreifen.

Einige Experten sind sogar der Meinung, dass manche Flüchtlingslager in Kenia besser gegen einen möglichen Covid-19-Ausbruch gewappnet sind als der Rest des Landes. Zum Beispiel Dadaaab sagt die Leiterin der Organisation Care in Kenia, Philippa Crosland-Taylor. In dem einst größten Flüchtlingslager der Welt, das vor fast 30 Jahren geöffnet wurde, gebe es bessere medizinische Einrichtungen als in vielen Teilen des Landes.

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