Edewecht - Statt nur darüber zu reden, gestalten sie die Flüchtlingshilfe aktiv. Die Teilnehmer des „Runden Tisches Asyl/Migrantenarbeit“ in Edewecht engagieren sich seit knapp zwei Jahren ehrenamtlich für Menschen, die u.a. aus Syrien, Afghanistan oder auch dem Irak nach Deutschland geflohen und in der Gemeinde Edewecht untergekommen sind. Mit Erfolg.
Großes Hilfsangebot
Im Dezember 2014 kam erstmals auf Initiative von Pastor Gunter Blaschke von der Evangelisch-methodistischen Kirche in Edewecht der „Runde Tisch“ zusammen (die NWZ berichtete). Seither treffen sich einmal im Monat (jeden letzten Mittwoch, 18 Uhr) Bürger aus den unterschiedlichsten Berufen in der Christuskirche in Edewecht zum „Runden Tisch“, um zu diskutieren und zu beraten, wie man den politischen Flüchtlingen und Asylsuchenden helfen kann. Zuletzt waren es rund 30 Teilnehmer. „Uns geht es darum, die Flüchtlinge schnell in unsere Gesellschaft zu integrieren. Wir setzen uns für eine soziale und berufliche Integration ein“, sagt Reinhold Wiehebrink.
Lehrer, Juristen, Ingenieure, Professoren, Sozialarbeiter, Handwerker und andere stehen den Flüchtlingen mit Rat und Tat zur Seite. Sie bieten u.a. Deutschkurse an, darunter Alphabetisierungskurse, aber auch weiterführende Sprachangebote (A1 und A2) oder vermitteln in Integrationskurse. Sie helfen im Alltag, organisieren Freizeitaktivitäten wie Ausflüge, Konzerte und mehr. Finanziert werden die Projekte über Spenden. Derzeit benötige man insbesondere noch Kinderfahrräder, sagt Jack Morin.
„Die Maßnahmen tragen jetzt schon Früchte“, freut sich Wiehebrink. Das Sprachniveau der Flüchtlinge habe sich in den knapp zwei Jahren deutlich verbessert. Das zeige sich auch daran, dass eine hohe zweistellige Personenzahl durch die Hilfe des „Runden Tisches“ einen Arbeits-, Ausbildungs- oder sogar Studienplatz gefunden hat. Die Bandbreite reicht von der Bäckerei über den Metallbau, Einzelhandelskaufmann, Alten- und Krankenpflege, Baumschule, Rügenwalder und demnächst auch Malereibetrieb. Studiert wird in Edewecht, Wilhelmshaven oder auch Münster. Viele Flüchtlinge haben zudem bereits ihren Führerscheine gemacht oder sind dabei.
Café als Sprungbrett
Nicht selten haben diese Erfolgswege ihren Ursprung im Anfang 2015 gegründeten „Internationalen Begegnungscafé“, das auf einer Idee von Hella Fittje-Oltmanns basiert. Im Haus der Begegnung, Hauptstraße 86, treffen sich immer dienstags (15 bis 17 Uhr) Flüchtlinge und Deutsche. Bei Kaffee, Tee und Kuchen lernt man sich kennen und die Bürger der Gemeinde stehen den Flüchtlingen helfend zur Seite – sei es bei Fragen zur deutschen Kultur, der Jobsuche, Behördengängen, Verträgen oder auch materiellen Dingen. „Verständigungsschwierigkeiten gibt es selten, da ehemalige Flüchtlinge beim Übersetzen helfen“, sagt Fittje-Oltmanns.
Nach anfänglich mehr als 100 Café-Besuchern habe sich die Zahl mittlerweile auf rund 60 reduziert. Ein gutes Zeichen: Denn viele (ehemalige) Flüchtlinge sind zu dieser Uhrzeit noch mit Job, Ausbildung oder Studium beschäftigt. Weitere Informationen zum „Runden Tisch“ gibt es bei Pastor Gunter Blaschke unter
