Im Norden - In ganz Deutschland werden Sirenen heulen, Warn-Apps piepen, Radio- und Fernsehsender ihre Sendungen unterbrechen und Lauftexte einblenden: Auch Niedersachsen bereitet sich auf den bundesweiten Warntag am kommenden Donnerstag vor – den ersten seit der Wiedervereinigung.
Alle Kanäle nutzen
Alle Kommunen seien aufgefordert worden, teilzunehmen und ihre Sirenen auszuprobieren, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes der Nachrichten-Agentur dpa. Ziel sei, alle Warnmöglichkeiten – auch via App und Internet – zu testen.
Auch Niedersachsens Innenministerium rief die Kommunen zur Beteiligung auf. Nach Angaben des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) soll das Signal zur Warnung am Donnerstag, 10. September, um 11 Uhr kommen. Die Entwarnung folgt dann um 11.20 Uhr.
Bund, Länder und Kommunen sollten alle Kommunikationskanäle nutzen, darunter die Warn-App Nina, Medien und Rundfunksender sowie Sirenen und Lautsprecherdurchsagen. Künftig soll es laut Beschluss der Innenministerkonferenz jährlich an jedem zweiten Donnerstag im September einen Warntag geben. Wie wichtig Warnungen seien, zeige auch die Coronavirus-Pandemie.
Nach Angaben des Innenministeriums unterstreicht die zunehmende Zahl an Naturkatastrophen – etwa Hitzewellen oder Hochwasser – sowie die Gefahr von Terroranschlägen den Stellenwert des Warnsystems. Damit Warnungen effektiv seien, müssten Funktion und Ablauf besser verständlich werden. Warnungen würden umso eher akzeptiert, je besser der Bevölkerung das System und die Sirenensignale bekannt seien.
Seit Anfang der 1990er Jahre wurden etwa 40 000 Sirenen durch den Bund abgebaut, heute könne die Bevölkerung bundesweit mit rund 15 000 Sirenen gewarnt werden. „Ob Terroranschlag oder Naturkatastrophe – zu wissen, wie man sich im Ernstfall verhalten muss, kann unter Umständen überlebenswichtig ein“, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) kürzlich. „Dafür muss man die Warnsignale kennen.“
Durchsagen per Megafon
Am bundesweiten Warntag gebe es die Möglichkeit festzustellen, was in den Kommunen an Sirenen noch vorhanden sei, sagte der Sprecher des niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes. Alternativ sei es möglich, Feuerwehrwagen durch die Straßen zu schicken und Durchsagen per Megafon weiterzugeben.
Entscheidend sei, dass die Menschen bewusst wahrnehmen: Es handelt sich um eine Warnung. Dies sei „in Vergessenheit geraten“, betonte der Sprecher.
