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NWZonline.de Nachrichten Politik

Immer mehr Haushalte sind überschuldet

06.09.2016

Immer mehr Haushalte in Deutschland sind überschuldet. Das geht aus Zahlen des Bundesarbeitsministeriums hervor, die unserer Berliner Redaktion vorliegen und in Kürze im neuen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung veröffentlicht werden sollen.

Demnach stieg die Zahl der Haushalte „mit hoher Überschuldungsintensität“ zwischen 2006 und 2015 von 1,64 Millionen auf 1,97 Millionen. Dabei geht es um Personen oder Familien, die über einen längeren Zeitraum ihre Schulden bei mehreren Gläubigern nicht zurückzahlen können, und um andere juristische Sachverhalte. Die Zahl der Über-18-Jährigen mit hoher Überschuldung stieg von 3,4 Millionen auf 3,95 Millionen.

Die Linkspartei warnt vor einer steigenden Armutsgefährdung. „Immer mehr Menschen geraten in die Schuldenfalle, in vielen Fällen bedingt durch Erwerbslosigkeit, Krankheit oder ein niedriges Einkommen“, erklärte Linken-Fraktionsvize Sabine Zimmermann am Montag im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion. „In der zunehmenden Überschuldung spiegelt sich die steigende Armutsgefährdung und die Schwächung der sozialen Sicherungssysteme.“

Insbesondere die soziale Sicherung im Fall der Erwerbslosigkeit müsse wieder gestärkt werden, fordert Zimmermann – zum Beispiel durch eine Verbesserung des Zugangs zur Arbeitslosenversicherung oder die Einführung einer existenzsichernden sanktionsfreien Mindestsicherung. „Um nicht in eine Schuldenspirale zu geraten, brauchen die Menschen gute Arbeit und Löhne, die zum Leben reichen.“

Rasmus Buchsteiner Korrespondentenbüro Berlin
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