Berlin/Vechta - Vielerorts in Deutschland kehren mehr Menschen als üblich der katholischen Kirche den Rücken. Auch im Offizialat Vechta, dem niedersächsischen Teil des Bistums Münster, sind die Kirchenaustrittszahlen deutlich angestiegen. „Wir hatten 160 Austritte im ganzen Oktober“, sagte Offizialatssprecher Ludger Heuer. Im Durchschnitt lägen die Zahlen zwischen 65 und 75 Kirchenaustritten im Monat. In Osnabrück und Bremen ging die Zahl der Kirchenaustritte ebenfalls in die Höhe. Das Bistum Hildesheim hatte keine aktuellen Daten verfügbar.
Aus Rückmeldungen sei zu erfahren, dass die Affäre um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst der Anlass für den Austritt war, sagte der Sprecher des Bistums Trier, André Uzulis. In Trier traten im Oktober 97 Menschen aus beiden Kirchen aus. Im September waren es 38. In München gab es 1250 Austritte, im Vergleich zu 602 im September.
Tebartz-van Elst war unter anderem wegen Verschwendung beim Bau seines neuen Amtssitzes in die Kritik geraten. Auf Geheiß des Papstes verbringt er eine Auszeit in einem Kloster.
